Dieser Artikel ist die Fortsetzung von Teil 1, der hier verfügbar ist: https://worldandnewworld.com/de/entwicklung-zukunft-suedkoreanische-munitionsindustrie/
Kapitel 6 – Luftgestützte Munition
Luftgestützte Munition ist ein zentraler Bestandteil moderner Luftstreitkräfte. Unabhängig davon, wie fortschrittlich ein Kampfflugzeug sein mag, wird seine tatsächliche Kampffähigkeit erheblich eingeschränkt, wenn die mitgeführten Waffen unzureichend sind. Die Luftwaffe der Republik Korea betreibt eine breite Palette von Kampfflugzeugen, darunter die F-15K, die KF-16 und die F-35A sowie die im eigenen Land entwickelte KF-21 Boramae. Um ein auf diese Plattformen abgestimmtes Arsenal an Luftfahrtwaffen aufzubauen, setzt Südkorea sowohl auf Importe als auch auf die Entwicklung eigener Waffensysteme.
Die luftgestützte Munition Südkoreas lässt sich heute im Wesentlichen in Luft-Boden-Waffen, Luft-Luft-Raketen, präzisionsgelenkte Bomben und Bordkanonenmunition unterteilen. Das Land befindet sich derzeit in einer Übergangsphase, in der sich das Verhältnis zwischen importierten und im eigenen Land entwickelten Waffensystemen zunehmend ausgleicht.
6.1) TAURUS KEPD-350K – Die Speerspitze der südkoreanischen Kill Chain
Die TAURUS KEPD-350K ist ein luftgestützter Marschflugkörper mit großer Reichweite, der von dem deutsch-schwedischen Gemeinschaftsunternehmen TAURUS Systems entwickelt wurde. Sie zählt derzeit zu den leistungsfähigsten Waffen für Angriffe auf weit entfernte Ziele, über die die Luftwaffe der Republik Korea verfügt.
Mit der Indienststellung der TAURUS wurde Südkorea zum ersten Land Asiens, das eine Luft-Boden-Lenkwaffe mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern einsetzte. Der Marschflugkörper kombiniert geländereferenzierte Navigation mit GPS und Trägheitsnavigation. Dadurch kann er Ziele selbst in Umgebungen, in denen GPS-Signale gestört werden, präzise treffen. Zu seinen wichtigsten Fähigkeiten gehört der Einsatz eines Tandemsprengkopfs, der dafür ausgelegt ist, stark befestigte unterirdische Anlagen, etwa nordkoreanische Tunnelkomplexe, zu durchdringen und zu zerstören.
Auch der Beschaffungsprozess war bemerkenswert. Ursprünglich hatte Südkorea geplant, den AGM-158 JASSM von Lockheed Martin als Marschflugkörper für die F-15K zu beschaffen. Am 19. Juni 2013 genehmigte jedoch die 67. Sitzung des Ausschusses zur Förderung von Rüstungsbeschaffungsprogrammen den Erwerb der TAURUS im Rahmen eines ausgehandelten Vertrags.
Am 27. November gaben die Militärbehörden bekannt, dass ein Vertrag über die Beschaffung von 200 TAURUS-Marschflugkörpern abgeschlossen worden sei. Die Auslieferung sollte 2015 beginnen. Das dafür vorgesehene Budget belief sich auf rund 500 Milliarden südkoreanische Won (KRW).
Ein weiterer wichtiger Aspekt der TAURUS-Beschaffung war der Technologietransfer. Die südkoreanischen Verteidigungsbehörden maßen insbesondere den fortschrittlichen Technologien des Marschflugkörpers große Bedeutung bei. Dazu gehörten das integrierte Navigationssystem, das weniger komplex als herkömmliche TERCOM-Systeme und widerstandsfähig gegenüber GPS-Störungen ist, sowie der durchschlagskräftige Tandemsprengkopf.
Diese übertragenen Technologien bildeten später eine wichtige technologische Grundlage für die Entwicklung des südkoreanischen Langstrecken-Luft-Boden-Marschflugkörpers Cheonryong.

Abbildung 9. TAURUS-Luft-Boden-Marschflugkörper
6.2) Cheonryong – Die Entwicklung eines südkoreanischen Langstrecken-Luft-Boden-Marschflugkörpers
Auf der Grundlage von Technologien, die teilweise aus dem TAURUS-Programm stammen, begann 2018 unter der Leitung der südkoreanischen Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) die Entwicklung des Luft-Boden-Marschflugkörpers Cheonryong.
Cheonryong soll als eigenständig entwickelter südkoreanischer Langstrecken-Luft-Boden-Lenkflugkörper in den 2030er-Jahren in die KF-21 Boramae integriert werden.
Sein Konzept orientiert sich sowohl an der deutschen TAURUS als auch an der US-amerikanischen AGM-158 JASSM. Für Einsätze gegen stark befestigte unterirdische Ziele verfügt Cheonryong über eine Tandemsprengkopf-Konfiguration, die der TAURUS ähnelt. Zugleich greift der Marschflugkörper auf ein fortschrittlicheres, von der JASSM inspiriertes Tarnkappenkonzept zurück, das seine Ortbarkeit verringern soll.
Nach derzeitiger Planung soll die Entwicklung bis 2028 abgeschlossen sein. Der vollständige Abschluss der Produktion ist bis 2031 vorgesehen.

Abbildung 10. Cheonryong-Luft-Boden-Marschflugkörper
6.3) Luft-Luft-Raketen – AIM-9, AIM-120 und die Herausforderung der Eigenentwicklung
Luft-Luft-Raketen sind entscheidende Waffensysteme, die unmittelbar mit der Überlebensfähigkeit eines Kampfflugzeugs zusammenhängen. Die Luftwaffe der Republik Korea setzt derzeit hauptsächlich auf zwei große Familien von Luft-Luft-Raketen aus US-amerikanischer Produktion.
6.3.1) AIM-9 Sidewinder – Kurzstrecken-Luft-Luft-Rakete
Die in den USA entwickelte AIM-9 Sidewinder ist eine infrarotgelenkte Kurzstrecken-Luft-Luft-Rakete mit einer maximalen Reichweite von etwa 7 bis 35 Kilometern, abhängig von der jeweiligen Variante.
Die Luftwaffe der Republik Korea setzt mehrere Varianten ein, darunter die AIM-9M, AIM-9L und AIM-9X. Diese kommen auf Kampfflugzeugen wie der F-15K, der KF-16 und der KF-21 zum Einsatz.
Die neueste Variante, die AIM-9X, lässt sich mit helmmontierten Zielerfassungssystemen kombinieren und ermöglicht dadurch die sogenannte HOBS-Fähigkeit (High Off-Boresight). Damit können Piloten auch Ziele bekämpfen, die sich weit außerhalb der Flugzeuglängsachse befinden. Dies verschafft ihnen einen erheblichen Vorteil im Luftnahkampf.

Abbildung 11. AIM-9 Sidewinder-Luft-Luft-Rakete
6.3.2) AIM-120 AMRAAM – Mittelstrecken-Luft-Luft-Rakete
Die AIM-120 AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) ist eine in den USA entwickelte, aktiv radargelenkte Mittelstrecken-Luft-Luft-Rakete.
Je nach Variante beträgt ihre maximale Reichweite etwa 120 bis 180 Kilometer. Die Rakete arbeitet nach dem sogenannten Fire-and-Forget-Prinzip: In der Endphase des Fluges nutzt sie ihren eigenen Radarsuchkopf zur Zielverfolgung. Dadurch kann der Pilot nach dem Abschuss Flugmanöver durchführen, ohne die Rakete kontinuierlich zum Ziel führen zu müssen.

Abbildung 12. AIM-120 AMRAAM-Luft-Luft-Rakete
Südkorea hatte ursprünglich geplant, die US-amerikanischen Luft-Luft-Raketen AIM-120 AMRAAM und AIM-9 Sidewinder in die KF-21 zu integrieren. Beschränkungen der US-Exportpolitik und Verzögerungen bei der technischen Genehmigung sorgten jedoch in der frühen Entwicklungsphase für Kontroversen.
Später genehmigten die Vereinigten Staaten die Integration beider Raketenfamilien, sodass die KF-21 grundsätzlich vier wichtige Luft-Luft-Raketentypen einsetzen kann.
6.3.3) Integration von vier Raketentypen (zwei europäische und zwei US-amerikanische)
1. Anfängliche US-Exportbeschränkungen und Genehmigungsverzögerungen
In der frühen Entwicklungsphase plante Südkorea, die KF-21 hauptsächlich mit der AIM-120 AMRAAM und der AIM-9X Sidewinder auszurüsten. Beide Raketentypen waren bei der Luftwaffe der Republik Korea bereits weit verbreitet.
Die US-Regierung erteilte jedoch die erforderlichen Exportgenehmigungen für Technologien zur Systemintegration im Zusammenhang mit dem AESA-Radar des Flugzeugs nicht rechtzeitig. Als Begründung führte sie sicherheitspolitische und politische Erwägungen an.
2. Hinwendung zu europäischen Raketen – Meteor und IRIS-T
Um Verzögerungen im Entwicklungszeitplan zu vermeiden, wandte sich Südkorea europäischen Alternativen zu.
Die Entscheidung fiel auf die Integration der Meteor von MBDA und der IRIS-T von Diehl Defence. In der Folge wurden mit beiden Raketentypen erfolgreiche Testabschüsse durchgeführt.
3. Spätere US-Genehmigung und die Möglichkeit zur Integration von vier Raketentypen
Mit den Fortschritten bei der Entwicklung der KF-21 und der erfolgreichen Integration europäischer Waffensysteme genehmigte die US-Regierung schließlich auch die Integration der AIM-120 und der AIM-9X.
Damit eröffnete sich für die KF-21 die Möglichkeit, vier wichtige Luft-Luft-Raketenfamilien einzusetzen: Meteor, IRIS-T, AMRAAM und Sidewinder.
Vorteile der Integration von vier Raketentypen
Höhere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Exportmarkt: Kundenländer können je nach ihren vorhandenen Waffenbeständen und sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen US-amerikanischen und europäischen Raketen wählen.
Größere operative Flexibilität: Die Luftwaffe der Republik Korea kann potenziell auf ihre bestehenden Bestände an AMRAAM- und Sidewinder-Raketen zurückgreifen, die bereits auf Kampfflugzeugen wie der F-15K und der KF-16 eingesetzt werden. Dies kann die logistische Effizienz verbessern.

Abbildung 13. Meteor- und IRIS-T-Raketen
6.3.4) Entwicklung eigener Luft-Luft-Raketen
Südkorea entwickelt derzeit eigene Kurz- und Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen.
Die Entwicklung des Kurzstreckensystems orientiert sich in ihren Grundzügen an der deutschen IRIS-T, während das Mittelstreckenprogramm darauf abzielt, Fähigkeiten zu erreichen, die mit denen der europäischen Meteor vergleichbar sind.
Sollten diese Programme erfolgreich abgeschlossen werden, würde Südkorea seinem Ziel, bei luftgestützten Waffensystemen einschließlich Luft-Luft-Raketen weitgehend unabhängig von ausländischen Lieferanten zu werden, einen entscheidenden Schritt näherkommen.
6.4) KGGB – Die Entwicklung einer südkoreanischen Präzisionsbombe
Die KGGB (Korean GPS Guided Bomb) ist ein in Südkorea entwickeltes GPS-gelenktes Bombensystem, das eine vorhandene ungelenkte Freifallbombe durch die Anbringung eines Lenksatzes in eine Präzisionswaffe umwandelt.
Die KGGB ähnelt in ihrem Grundkonzept der US-amerikanischen JDAM (Joint Direct Attack Munition). Sie kombiniert eine konventionelle Bombe mit einem Lenksatz, der GPS und Trägheitsnavigation nutzt, sowie einer Tragflächenkonstruktion. Dadurch erhält sie die Fähigkeit zu Präzisionsangriffen mit einem Streukreisradius (Circular Error Probable, CEP) von nur wenigen Metern.
Ihr größter Vorteil liegt in der Kosteneffizienz: Anstatt vollständig neue und teure Lenkflugkörper zu beschaffen, lassen sich bereits vorhandene konventionelle Bomben zu erheblich geringeren Kosten in präzisionsgelenkte Waffen umrüsten.
Die KF-21 soll künftig eine breite Palette von Luft-Boden-Waffen mitführen können. Dazu zählen die US-amerikanischen JDAM-Bomben und die präzisionsgelenkten GBU-12-Bomben, der TAURUS-Marschflugkörper, der im eigenen Land entwickelte Langstrecken-Luft-Boden-Marschflugkörper Cheonryong sowie die KGGB.
Die strategische Bedeutung der KGGB geht über das Waffensystem selbst hinaus. Sie stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Abhängigkeit von Präzisionsbomben aus US-amerikanischer Produktion zu verringern und eine eigenständige Fähigkeit zu Präzisionsangriffen aufzubauen. Damit zählt sie zu den ersten bedeutenden Erfolgen Südkoreas bei der Entwicklung und Herstellung eigener luftgestützter Munition.

Abbildung 14. KGGB, GPS-gelenkte Bombe aus südkoreanischer Entwicklung
6.5) Bordkanonenmunition – 20 mm und 30 mm
Auch im Zeitalter der Lenkflugkörper spielt Bordkanonenmunition weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere im Luftnahkampf und bei Luftangriffen auf Bodenziele.
6.5.1) 20-mm-M61 Vulcan
Die 20-mm-Bordkanone der M61-Vulcan-Serie, mit der mehrere der wichtigsten südkoreanischen Kampfflugzeugtypen ausgestattet sind, ist eine schnell feuernde Rotationskanone, die eine Feuerrate von bis zu etwa 6.000 Schuss pro Minute erreicht.
Sie wird im Luftnahkampf sowie bei Einsätzen zur Luftnahunterstützung (Close Air Support, CAS) eingesetzt. Südkorea stellt die zugehörige 20-mm-Munition zudem über das Unternehmen Poongsan im eigenen Land her.

Abbildung 15. Vulcan-Bordkanone
6.5.2) 30-mm-Munition
Ein typisches Beispiel ist die 30-mm-M230-Kettenkanone, mit der der Kampfhubschrauber AH-64E Apache ausgestattet ist.
Die 30-mm-Munition ist für die Bekämpfung von Bodenzielen optimiert und wird bei Einsätzen von Kampfhubschraubern gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge, Verteidigungsstellungen und andere Bodenziele eingesetzt.

Abbildung 16. 30-mm-Munition für Hubschrauber-Bordkanonen
Überblick über die luftgestützte Munition Südkoreas
Tabelle 6. Wichtige luftgestützte Munitions- und Waffensysteme Südkoreas

Fazit zu Kapitel 6 – Wie die KF-21 die Zukunft der südkoreanischen Luftfahrtbewaffnung verändern könnte
Der gegenwärtige Entwicklungsstand der luftgestützten Munition Südkoreas lässt sich als „Übergang von der Importabhängigkeit zur heimischen Produktion“ zusammenfassen.
Wichtige Waffensysteme wie die TAURUS und die AIM-120 sind weiterhin von ausländischen Lieferanten abhängig. Die Entwicklung von Systemen wie der KGGB und Cheonryong markiert jedoch den Beginn einer zunehmenden Eigenständigkeit bei luftgestützten Waffen.
Der entscheidende Faktor wird dabei die KF-21 Boramae sein.
Die KF-21 verfügt über mehrere externe Waffenaufhängungen, an denen eine breite Palette von Luft-Luft-Raketen, Luft-Boden-Waffen und präzisionsgelenkten Bomben mitgeführt werden kann. Sie wird so entwickelt, dass sowohl ausländische Waffensysteme nach NATO-Standards als auch südkoreanische Waffen integriert werden können.
Mit den weiteren Entwicklungsstufen der KF-21 und der Integration von Waffensystemen wie Cheonryong, KGGB und den im eigenen Land entwickelten Luft-Luft-Raketen dürfte sich Südkoreas Sektor für luftgestützte Munition schrittweise von der Abhängigkeit von importierten Waffen lösen und einen deutlich höheren Grad an Eigenversorgung erreichen.
Kapitel 7 – Marinemunition
Wer die See beherrscht, beherrscht den Krieg. Marinemunition muss unter Bedingungen präzise funktionieren, die sich grundlegend von denen landgestützter Waffen unterscheiden. Wasserdruck, Salzgehalt, Wellengang und Meeresströmungen stellen besondere Anforderungen an ihre Funktionsfähigkeit und erfordern daher ein außerordentlich hohes Maß an Präzision und Zuverlässigkeit.
Um der anhaltenden Bedrohung durch nordkoreanische U-Boote und den komplexen maritimen Bedingungen im Gelben Meer, im Südmeer und im Ostmeer zu begegnen, hat die Marine der Republik Korea vier zentrale Kategorien von Marinemunition kontinuierlich weiterentwickelt: Torpedos, Seeminen, Schiffsgeschützmunition und Seezielflugkörper.
Insbesondere im Bereich der Torpedos gelang Südkorea die anspruchsvolle Aufgabe, vollständig eigenständig entwickelte Systeme hervorzubringen. Damit gehört das Land zu der vergleichsweise kleinen Gruppe von Staaten, die in der Lage sind, Torpedos unabhängig zu konstruieren und herzustellen.
7.1) Torpedos – Die entscheidende Waffe der Unterwasserkriegsführung
Ein Torpedo ist im Wesentlichen ein Unterwasserflugkörper, der sich mithilfe eines eigenen Antriebssystems auf ein feindliches Schiff zubewegt.
Die Zerstörungskraft eines Torpedos gegen ein Schiff kann gewaltig sein. Selbst ein sehr großes Kriegsschiff kann schwerste strukturelle Schäden erleiden, wenn ein Torpedo unter seinem Rumpf detoniert. Dabei kann sogar der Kiel brechen, sodass das Schiff innerhalb kürzester Zeit sinkt. Aus diesem Grund gilt die Fähigkeit, Torpedos eigenständig zu entwickeln, als einer der wichtigsten Indikatoren für die technologischen Fähigkeiten einer Marine.
Torpedos werden im Allgemeinen nach ihrer Größe und ihrem Einsatzzweck in Schwergewichts- und Leichtgewichtstorpedos unterteilt.
Schwergewichtstorpedos mit einem typischen Durchmesser von etwa 533 mm werden hauptsächlich von U-Booten aus gegen Überwasserschiffe oder feindliche U-Boote eingesetzt.
Leichtgewichtstorpedos mit einem typischen Durchmesser von etwa 324 mm dienen der U-Boot-Abwehr und werden von Überwasserschiffen, Hubschraubern und Seefernaufklärungsflugzeugen aus gestartet.
7.1.1) Baek Sangeo (K-731) – Südkoreas erster eigenständig entwickelter Schwergewichtstorpedo
Der Baek Sangeo wurde 2003 bei der Marine der Republik Korea in Dienst gestellt und war das erste vollständig eigenständig entwickelte Torpedowaffensystem Südkoreas.
Das Programm wurde über einen Zeitraum von etwa acht Jahren von der südkoreanischen Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) und LG Precision, dem heutigen Unternehmen LIG Nex1, umgesetzt. Die Entwicklungskosten beliefen sich auf rund 30 Milliarden südkoreanische Won (KRW).
Die Ausgangsbedingungen für das Baek-Sangeo-Programm waren besonders schwierig. Der Torpedo war ursprünglich als Hauptbewaffnung für die ersten Kleinst-U-Boote der Dolgorae-Klasse der südkoreanischen Marine vorgesehen. Als die Vereinigten Staaten den Verkauf der benötigten Torpedos ablehnten, war Südkorea faktisch gezwungen, eine eigene Lösung zu entwickeln.
Mit anderen Worten: Als sich der Import der Waffe als unmöglich erwies, entschied sich Südkorea, selbst einen Torpedo zu entwickeln.
Baek Sangeo — Wichtigste technische Daten:
- Durchmesser: 483 mm (19 Zoll)
- Länge: 6 m
- Gewicht: 1.100 kg
- Reichweite: ca. 30 km
- Geschwindigkeit: mehr als 35 Knoten
- Gefechtskopf: 370 kg TNT
- Lenksystem: aktive akustische Zielsuche
Der Baek Sangeo verfügt über akustische Ortungssysteme, die passive und aktive Sonartechnik mit einem vollständig digitalen Lenksystem kombinieren.
Anders als der drahtgelenkte SUT-Torpedo ist der Baek Sangeo ein fortschrittlicher Torpedo mit aktiver akustischer Zielsuche, der feindliche Schiffe anhand ihrer akustischen Signaturen selbstständig erkennen und verfolgen kann, ohne während des Fluges beziehungsweise der Unterwasserlaufstrecke kontinuierlich gelenkt werden zu müssen.
Daraus ergeben sich mehrere Vorteile, darunter die Möglichkeit, mehrere Ziele zu bekämpfen, sowie der Wegfall von Geschwindigkeitsbeschränkungen, die mit einer kontinuierlichen Lenkung während der Anmarschphase verbunden sind.
Allerdings stieß das Programm in der frühen Entwicklungsphase auch auf Schwierigkeiten.
Bei der ersten Schießübung mit scharfer Munition, die von einer operativen Einheit durchgeführt wurde, versagte der Magnetzünder, sodass der Torpedo nicht detonierte. Dies wurde jedoch nicht auf grundlegende technologische Defizite zurückgeführt, sondern auf Fehler bei der Feinabstimmung, die aus der begrenzten praktischen Einsatzerfahrung resultierten.
Durch solche Versuche und Rückschläge entwickelte sich die südkoreanische Torpedotechnologie schrittweise weiter und erreichte zunehmend einen höheren Reifegrad.

Abbildung 17. Baek-Sangeo-Torpedo (K-731)
7.1.2) Cheong Sangeo (K-745) – Ein eigenständig entwickelter Leichtgewichtstorpedo auf Weltniveau
Der Cheong Sangeo (K-745) ist ein Leichtgewichtstorpedo, der unter der Leitung der südkoreanischen Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) und unter Beteiligung von LIG Nex1 entwickelt wurde.
Das Programm baute auf den Erfahrungen auf, die Südkorea zuvor bei der gemeinsamen Entwicklung und Produktion des koreanischen Leichtgewichtstorpedos K-744 gesammelt hatte. Dieser basierte auf dem US-amerikanischen Mk 44 und wurde in Zusammenarbeit mit Honeywell entwickelt.
Auf Grundlage dieser gesammelten Erfahrungen wurde der Cheong Sangeo über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren unter Einsatz eigener südkoreanischer Technologien entwickelt und 2005 in Dienst gestellt.
Damit wurde Südkorea nach den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, China und Japan zum achten Land weltweit, dem die eigenständige Entwicklung eines Leichtgewichtstorpedos gelang.
Cheong Sangeo — Wichtigste technische Daten:
- Durchmesser: 12,75 Zoll (324 mm)
- Länge: 2,7 m
- Gewicht: 280 kg
- Maximale Reichweite: mehr als 12 km
- Geschwindigkeit: 45 Knoten
- Maximale Einsatztiefe: 500–600 m
- Lenksystem: kombinierte aktive und passive Sonarzielsuche
- Antrieb: geräuscharmer Pumpjet-Antrieb
Der Cheong Sangeo nutzt ein richtungsabhängiges Sonarsystem zur Zielerfassung, das aktiv Schallwellen aussendet, um Ziele zu orten und eine präzise Lenkung und Steuerung zu ermöglichen.
Zu seinen wichtigsten Komponenten gehören ein Gefechtskopf, der darauf ausgelegt ist, doppelwandige U-Boote mit einem einzigen Treffer zu zerstören, sowie ein geräuscharmer Pumpjet-Antrieb, der die akustische Unauffälligkeit unter Wasser verbessern soll.
Im Vergleich zu Leichtgewichtstorpedos ausländischer Hersteller bietet der Cheong Sangeo hinsichtlich Geschwindigkeit, Reichweite und Einsatztiefe eine äußerst wettbewerbsfähige Leistung. Gleichzeitig liegt sein Stückpreis mit rund einer Milliarde südkoreanischen Won (KRW) bei etwa der Hälfte des Preises vergleichbarer ausländischer Systeme.
Auch die Silber-Zink-Batterie gilt als besondere technologische Errungenschaft. Berichten zufolge wurde Südkorea zum weltweit erst zweiten Land, dem es gelang, eine solche Energiequelle für Torpedos eigenständig zu entwickeln.
Der Cheong Sangeo konnte zudem Erfolge auf dem Exportmarkt erzielen.
Die Philippinen erwarben Cheong-Sangeo-Torpedos zur Integration in ihre Wildcat-Hubschrauber für maritime Einsätze. Das erste Exportpaket umfasste Berichten zufolge vier Gefechtstorpedos und acht Übungstorpedos mit einem Gesamtwert von rund sieben Milliarden südkoreanischen Won.

Abbildung 18. Cheong-Sangeo-Torpedo (K-745)
7.1.3) Hong Sangeo (K-ASROC) – Ein eigenständig entwickeltes U-Boot-Abwehrlenkwaffensystem mit großer Reichweite
Hong Sangeo ist ein U-Boot-Abwehrlenkwaffensystem (ASROC), das von der Marine der Republik Korea und der Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) entwickelt wurde. Es wird von einem Überwasserschiff aus vertikal gestartet. Anschließend fliegt die gelenkte Rakete in das Gebiet, in dem ein U-Boot geortet wurde. Sobald sie das Zielgebiet erreicht hat, wird der Torpedo von der Rakete getrennt.
Der abgetrennte Leichtgewichtstorpedo Cheong Sangeo sinkt an einem Fallschirm zur Meeresoberfläche hinab, taucht ins Wasser ein und nutzt anschließend sein eigenes Zielsuchsystem, um ein feindliches U-Boot aufzuspüren, zu verfolgen und anzugreifen.
Das wesentliche Merkmal von Hong Sangeo besteht darin, dass es sich um ein gelenktes Raketensystem handelt, das einen Cheong-Sangeo-Torpedo schnell über große Entfernungen transportieren kann. Dadurch können Überwasserschiffe U-Boote aus wesentlich größerer Entfernung bekämpfen, als dies beim direkten Abschuss eines Torpedos vom Schiff aus möglich wäre. Unmittelbar nach dem Start korrigiert die Rakete ihre Flugbahn mithilfe der Schubvektorsteuerung und fliegt anschließend in Richtung des festgelegten Zielgebiets.
Sobald die Rakete das Zielgebiet erreicht hat, wird der Torpedo freigesetzt. Anschließend übernimmt der Cheong Sangeo selbstständig die Unterwassersuche, die Zielverfolgung und den Angriff.

Abbildung 19. Hong-Sangeo-U-Boot-Abwehrrakete (K-ASROC)
7.1.4) Beom Sangeo (K-761) – Der Schwergewichtstorpedo der nächsten Generation
Der Beom Sangeo wurde als Schwergewichtstorpedo der nächsten Generation entwickelt, um die Einschränkungen des Baek Sangeo zu überwinden.
Der K-761 Beom Sangeo ist ein in Südkorea entwickelter Schwergewichtstorpedo mit einem Durchmesser von 533 mm (21 Zoll), der bei der Marine der Republik Korea die bisherigen Schwergewichtstorpedos SUT und Baek Sangeo ersetzen soll.
Der von LIG Nex1 entwickelte Torpedo ist drahtgelenkt, etwa 6,5 Meter lang und wiegt 1.619 kg. Seine Reichweite soll rund 50 Kilometer betragen, während seine Höchstgeschwindigkeit auf 55 bis 60 Knoten geschätzt wird. Die Drahtlenkung ist über die gesamte Einsatzreichweite hinweg möglich.
Das Lenkkabel basiert auf Glasfasertechnologie. Es zeichnet sich durch einen hervorragenden Auftrieb unter Wasser aus und minimiert das durch das Eigengewicht des Kabels verursachte Durchhängen. Dies hat entscheidend dazu beigetragen, die effektive Lenkreichweite des Torpedos zu erhöhen.
Die Stückkosten liegen bei rund 3,3 Milliarden südkoreanischen Won (KRW) und damit mehr als dreimal so hoch wie beim Baek Sangeo. Dies spiegelt die erheblichen Verbesserungen hinsichtlich der Fähigkeiten und Leistungsmerkmale des Torpedos wider.

Abbildung 20. Beom-Sangeo-Torpedo (K-761)
Entwicklung der südkoreanischen Torpedotechnologie im Überblick:
- 1970er-Jahre — K-744-Leichtgewichtstorpedo: Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten entwickelt; Südkoreas erster Leichtgewichtstorpedo.
- 2003 — Baek Sangeo (K-731): Südkoreas erster im eigenen Land entwickelter Schwergewichtstorpedo.
- 2005 — Cheong Sangeo (K-745): Vollständig eigenständig entwickelter Leichtgewichtstorpedo; Südkorea wurde damit zum weltweit achten Land, dem eine solche Entwicklung aus eigener Kraft gelang.
- 2010 — Hong Sangeo: Raketengestütztes U-Boot-Abwehrsystem, das von Überwasserschiffen aus gestartet wird und einen Torpedo zum Zielgebiet transportiert.
- 2018 — Beom Sangeo (K-761): Schwergewichtstorpedo der nächsten Generation mit einer Reichweite von etwa 50 Kilometern.
7.2) Seeminen – Unsichtbare Festungen unter Wasser
Seeminen sind passive maritime Verteidigungswaffen, die unter Wasser ausgelegt werden und automatisch detonieren, wenn ein feindliches Schiff mit ihnen in Berührung kommt oder sich ihnen bis auf eine bestimmte Erfassungsdistanz nähert.
Aufgrund ihrer außerordentlich hohen Wirksamkeit im Verhältnis zu ihren Kosten haben Seeminen im Laufe der Geschichte in zahlreichen Seekonflikten eine entscheidende Rolle gespielt. Auch die Marine der Republik Korea verfügt über verschiedene Arten von Seeminen.
Passive Seeminen – Kontakt- und Einflussminen
Passive Seeminen detonieren entweder bei direktem Kontakt mit einem feindlichen Schiff oder wenn sie durch Veränderungen des Magnetfelds, akustische Signaturen oder Wasserdruckänderungen ausgelöst werden.
Südkorea produziert im eigenen Land verschiedene Arten passiver Seeminen, darunter Einflussminen, die zur Verteidigung strategisch wichtiger Meerengen und Häfen eingesetzt werden.
Sie können von unterschiedlichen Plattformen aus verlegt werden, darunter:
- Überwasserschiffe
- U-Boote
- Luftfahrzeuge
Aktive Seeminen – Aufsteigende und raketengetriebene Systeme
Aktive Seeminen sind fortschrittlichere Verteidigungswaffen, die feindliche U-Boote erkennen und anschließend einen Torpedo oder eine Rakete auf das Ziel abfeuern können.
Diese Waffensysteme ähneln in ihrem Grundkonzept der US-amerikanischen CAPTOR-Mine. Sie sind in der Lage, U-Boote, die in den Überwachungsbereich einer ausgelegten Mine eindringen, selbstständig zu orten und anzugreifen.
Angesichts der Bedrohung durch nordkoreanische U-Boote hat die Marine der Republik Korea ihre Fähigkeiten im Bereich aktiver Seeminen kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig werden Anstrengungen unternommen, entsprechende Systeme im eigenen Land zu entwickeln.

Abbildung 21. Passive und aktive Seeminen
7.3) Schiffsgeschützmunition – Die Grundlage der Feuerkraft von Überwasserschiffen
Schiffsgeschützmunition ist nach wie vor ein grundlegender Bestandteil der Feuerkraft von Überwasserkriegsschiffen. Die Marine der Republik Korea setzt hauptsächlich Schiffsgeschütze in zwei wichtigen Kalibern ein: 76 mm und 127 mm.
7.3.1) 76-mm-Munition für OTO-Melara-Schiffsgeschütze
Die 76-mm-Munition wurde in den 1960er-Jahren für das italienische OTO-Melara-Schiffsgeschütz entwickelt und 1975 bei der Marine der Republik Korea eingeführt.
Dank seiner hohen Feuerrate eignet sich das Geschütz besonders für die Luftabwehr, kann aber auch gegen See- und Landziele eingesetzt werden.
Das Geschütz ist auf zahlreichen wichtigen kleinen und mittelgroßen Kampfschiffen der Marine der Republik Korea installiert. Ab 1983 wurde die Munition von südkoreanischen Unternehmen, darunter Hyundai Wia und Poongsan, im eigenen Land in Lizenz produziert.
Technische Daten der 76-mm-OTO-Melara-Munition:
- Kaliber: 76 mm
- Wichtigste Schiffsklassen: Fregatten der Incheon-Klasse, Korvetten der Pohang-Klasse, Flugkörperschnellboote der Yoon-Youngha-Klasse und weitere
- Feuerrate: bis zu 120 Schuss pro Minute
- Maximale Reichweite: ca. 16 km
- Hauptaufgaben: Luftabwehr, Bekämpfung von Überwasserzielen und Beschuss von Landzielen
7.3.2) 127-mm-Schiffsgeschützmunition
Die 1968 entwickelte 127-mm-Schiffsgeschützmunition wird für das weitverbreitete US-amerikanische 5-Zoll-Schiffsgeschütz der Mk-45-Serie verwendet und dient als Hauptgeschützmunition für Zerstörer und größere Kriegsschiffe. Die Marine der Republik Korea setzt das KMk-45 ein, eine im eigenen Land produzierte Variante des Mk 45, die im Rahmen technischer Zusammenarbeit und Lizenzfertigung entwickelt wurde. Hyundai Wia übernimmt die Herstellung und Lieferung des Geschützes in Südkorea.
Technische Daten des 127-mm-KMk-45:
- Kaliber: 127 mm
- Wichtigste Schiffsklassen: Aegis-Zerstörer der Sejong-the-Great-Klasse und Zerstörer der Chungmugong-Yi-Sun-sin-Klasse
- Feuerrate: bis zu 20 Schuss pro Minute
- Maximale Reichweite: ca. 23 km
- Hauptaufgaben: Artilleristische Feuerunterstützung von See aus und Bekämpfung von Überwasserzielen

Abbildung 22. Schiffsgeschütze beim Feuern und zugehörige Munition: 76-mm-OTO-Melara und 127-mm-KMk-45
7.3.3) Haeseong – Die Speerspitze der Marine der Republik Korea
Die südkoreanische Haeseong-Flugkörperfamilie spiegelt die zunehmende Bedeutung wider, die die Marine der Republik Korea der Entwicklung eigener Fähigkeiten für Präzisionsangriffe beimisst. Obwohl die Bezeichnung Haeseong für mehrere Waffensysteme mit unterschiedlichen Aufgaben verwendet wird, verdeutlichen die drei bekanntesten Varianten, wie die Marine ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung von See- und Landzielen kontinuierlich ausgebaut hat.
Haeseong-I wurde unter der Leitung der südkoreanischen Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) vollständig im eigenen Land als spezieller Seezielflugkörper entwickelt. Bei Haeseong-II und Haeseong-III wurde hingegen ein anderer Entwicklungsansatz verfolgt: Beide Systeme basieren auf der Marschflugkörperfamilie Hyunmoo-III und wurden für den Start von Überwasserschiffen beziehungsweise U-Booten angepasst. Diese Entwicklung erweiterte die Einsatzmöglichkeiten der Marine von der Bekämpfung feindlicher Schiffe auf See bis hin zu Präzisionsangriffen gegen Landziele.
Haeseong-I (SSM-700K) ist ein in Südkorea entwickelter Seezielflugkörper. Er wurde für die Bekämpfung feindlicher Überwasserschiffe konzipiert, fliegt in geringer Höhe über dem Meer und nutzt in der Endanflugphase eine radargestützte Zielsuche, um feindliche Schiffe zu treffen. Mit einer angegebenen Reichweite von rund 150 Kilometern bildet er einen wichtigen Bestandteil der Fähigkeiten der südkoreanischen Marine zur Überwasserkriegsführung.
Haeseong-II wird in öffentlich zugänglichen Quellen überwiegend als schiffsgestützter Marschflugkörper für Angriffe auf Landziele beschrieben. Er wird von Überwasserkriegsschiffen aus gestartet und ist dafür vorgesehen, strategisch wichtige Ziele an Land zu bekämpfen, darunter Kommandozentralen, Raketenanlagen und andere militärische Einrichtungen von hoher Bedeutung. Öffentlich verfügbare Reichweitenschätzungen reichen bis zu 1.500 Kilometern. Damit steht das System für eine erhebliche Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten, die über die traditionelle Seekontrolle hinausgeht und Präzisionsangriffe über große Entfernungen ermöglicht.
Haeseong-III erweitert diese Fähigkeit auf den Unterwassereinsatz. Der Flugkörper wird allgemein als U-Boot-gestützter Marschflugkörper für Angriffe auf Landziele eingeordnet und ermöglicht es südkoreanischen U-Booten, weitreichende Präzisionsangriffe durchzuführen, während sie auf See verborgen bleiben. Öffentlich zugängliche Quellen bringen ihn häufig mit der umfassenderen Hyunmoo-Marschflugkörperfamilie in Verbindung und nennen eine Reichweite von bis zu etwa 1.500 Kilometern.
Haeseong-I – Wichtigste technische Daten:
- Typ: Unterschall-Seezielflugkörper (Anti-Ship Cruise Missile, ASCM)
- Reichweite: ca. 150 bis über 180 km (bei schiffsgestütztem Start, je nach Quelle)
- Geschwindigkeit: ca. Mach 0,85
- Flugprofil: Tiefflug knapp über der Meeresoberfläche mit Ausweichmanövern in der Endanflugphase
- Lenksystem: GPS-gestützte Trägheitsnavigation (INS) während der Anflugphase und aktive Radarzielsuche in der Endanflugphase
- Wichtigste Schiffsklassen: Sejong-the-Great-Klasse, Chungmugong-Yi-Sun-sin-Klasse, Gwanggaeto-the-Great-Klasse, Incheon-Klasse, PKG-Klasse und weitere
Das Flugprofil von Haeseong-I in extrem geringer Höhe über der Meeresoberfläche ist eines seiner wichtigsten Merkmale zur Erhöhung der Überlebensfähigkeit gegenüber feindlichen Abwehrsystemen.
Wenn sich ein Flugkörper, der von außerhalb des Sicht- beziehungsweise Radarhorizonts gestartet wurde, dem Ziel in einer Höhe von lediglich zwei bis fünf Metern über der Meeresoberfläche nähert, bleibt dem angegriffenen Schiff nur sehr wenig Zeit, ihn zu entdecken, zu verfolgen und abzufangen. Dies erschwert die Abwehrmaßnahmen erheblich.

Abbildung 23. Start eines Haeseong-I-Seezielflugkörpers
Überblick über die südkoreanische Marinemunition
Tabelle 7. Wichtige Munitions- und Waffensysteme der südkoreanischen Marine

Fazit zu Kapitel 7 – Eigenständigkeit über und unter der Meeresoberfläche
Die beeindruckendste Errungenschaft der südkoreanischen Marinemunitionsindustrie ist die eigenständige Entwicklung von Torpedos.
Nachdem Südkorea zunächst die schwierige Erfahrung machen musste, dass es die benötigten Torpedos nicht aus den Vereinigten Staaten beziehen konnte, gelang es dem Land schließlich, mit dem Cheong Sangeo als weltweit achter Staat einen Leichtgewichtstorpedo eigenständig zu entwickeln. Dieses Programm ist eines der deutlichsten Beispiele für die technologische Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der südkoreanischen Verteidigungsindustrie.
Auch die erfolgreiche Indienststellung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Haeseong-Seezielflugkörpers zeigen, dass die Marine der Republik Korea eine eigenständige Fähigkeit zur Bekämpfung von Überwasserzielen aufgebaut hat.
Mit Blick auf die Zukunft könnten der erfolgreiche Abschluss von Entwicklungsprogrammen für überschallschnelle Seezielflugkörper, präzisionsgelenkte Schiffsgeschützmunition und aktive Seeminen der nächsten Generation Südkoreas Fähigkeit weiter stärken, ein technologisch hochentwickeltes und zunehmend unabhängiges System zur Entwicklung und Produktion von Marinemunition aufzubauen.
Kapitel 8 – Spezialmunition
Anders als herkömmliche Handfeuerwaffen- oder Artilleriemunition bezeichnet der Begriff Spezialmunition eine breite Kategorie von Munitionsarten, die für bestimmte Einsatzzwecke entwickelt wurden. Panzerabwehrwaffen dienen der Bekämpfung feindlicher gepanzerter Verbände, Mörsergranaten ermöglichen Infanterieeinheiten eine unmittelbare indirekte Feuerunterstützung, und Handgranaten sowie Sprengmittel sind im Nahkampf unverzichtbar. Rauch-, Leucht- und nicht tötliche Munition erweitern darüber hinaus die taktischen Handlungsmöglichkeiten auf dem Gefechtsfeld.
Dieses Kapitel untersucht die wichtigsten Arten von Spezialmunition, die von den südkoreanischen Streitkräften eingesetzt werden.
8.1) Panzerabwehrmunition – Der Speer gegen gepanzerte Bedrohungen
Nordkorea verfügt mit rund 4.000 im Dienst befindlichen Panzern über eine der größten Panzerstreitkräfte der Welt. Um dieser erheblichen Bedrohung durch gepanzerte Verbände zu begegnen, unterhalten die südkoreanischen Streitkräfte eine Vielzahl unterschiedlicher Panzerabwehrwaffensysteme.
Hyungung – Südkoreas erste eigenständig entwickelte Panzerabwehrlenkwaffe
Die Hyungung ist eine Panzerabwehrlenkwaffe, bei deren Entwicklung die israelische Spike-Flugkörperfamilie als Referenz diente. Sie wurde konzipiert, um veraltete Panzerabwehrwaffen der Infanterie zu ersetzen, darunter rückstoßfreie Geschütze der Kaliber 90 mm und 106 mm sowie die Lenkwaffensysteme Metis-M und TOW.
Die Entwicklung begann 2007 unter der Leitung der südkoreanischen Agentur für Verteidigungsentwicklung (Agency for Defense Development, ADD) und wurde 2015 abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 150 Milliarden südkoreanische Won (KRW) in Forschung und Entwicklung investiert. Die Produktion begann 2016. Anschließend wurde das System bei Frontverbänden des südkoreanischen Heeres sowie bei Einheiten des Marinekorps auf den nordwestlichen Inseln eingeführt.
Hyungung – Wichtigste technische Daten:
- Gewicht: Flugkörper 13 kg; das Gesamtsystem ist etwa 5 kg leichter als vergleichbare ausländische Systeme
- Reichweite: 2,5 km; bei der Exportvariante etwa 3 km
- Gefechtskopf: Tandem-Hohlladungsgefechtskopf, der zunächst die Reaktivpanzerung überwinden und anschließend die Hauptpanzerung durchdringen soll
- Durchschlagsleistung: ca. 900 mm Panzerstahl
- Lenksystem: Fire-and-Forget-Prinzip
- Angriffsmodi: Direktangriff und Angriff von oben (Top Attack)
- Stückkosten: ca. 100 Millionen südkoreanische Won (KRW), etwa die Hälfte des Preises einer Javelin
Im Top-Attack-Modus greift die Hyungung die obere Panzerung eines Kampfpanzers an, die im Allgemeinen zu seinen verwundbarsten Bereichen zählt. Selbst ein Panzer mit einer äußerst starken Frontpanzerung kann gegenüber Angriffen von oben deutlich anfälliger sein.
Der taktische Nutzen solcher Waffen, die Ziele von oben angreifen, zeigte sich erneut im Krieg in der Ukraine, wo Javelin-Lenkflugkörper in großem Umfang gegen russische gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt wurden.
Im Vergleich zu ähnlichen ausländischen Systemen wie der israelischen Spike und der US-amerikanischen Javelin gilt die Hyungung als relativ kompakt und leicht. Gleichzeitig bietet sie wettbewerbsfähige Leistungen hinsichtlich Reichweite, Durchschlagskraft, optischer Systeme sowie Zielerfassungs- und Zielverfolgungsfähigkeiten. Diese Eigenschaften haben auch ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Exportmarkt gestärkt.
Berichten zufolge wurde die Hyungung unter anderem nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate exportiert. Einzelheiten einiger Verträge wurden jedoch nicht öffentlich bekannt gegeben.
Tabelle 8. Vergleich von Panzerabwehrlenkwaffen


Abbildung 24. Panzerabwehrlenkwaffe Hyungung und ihr tragbares Startgerät
8.2) Mörsermunition – Unmittelbare Feuerunterstützung für die Infanterie
Mörser gehören zu den grundlegenden indirekt wirkenden Feuerwaffen, die von Infanterieeinheiten selbst eingesetzt werden. Sie ermöglichen es Infanterieverbänden, eigenständig Steilfeuer einzusetzen, ohne auf die Unterstützung spezieller Artillerieeinheiten warten zu müssen. Dadurch sind sie insbesondere im Nahkampf von großer Bedeutung.
60-mm-Mörsermunition
Die 60-mm-Mörsergranate ist die leichteste Mörsermunition, die auf der Ebene kleiner militärischer Einheiten eingesetzt wird. Ihre gute Transportierbarkeit ist besonders auf der gebirgigen koreanischen Halbinsel von Vorteil, da Soldaten die Munition selbst mitführen und bei Bedarf unmittelbar indirekte Feuerunterstützung leisten können.
Das Unternehmen Poongsan stellt 60-mm-Mörsermunition im eigenen Land her.
Technische Daten der 60-mm-Mörsermunition:
- Einsatzebene: Gruppen- und Zugebene
- Maximale Reichweite: ca. 3,5 km
- Munitionsarten: Spreng-, Rauch- und Leuchtgranaten
- Wichtigste Merkmale: Geringes Gewicht, gute Transportierbarkeit und besondere Eignung für die unmittelbare Feuerunterstützung in gebirgigem Gelände
81-mm-Mörsermunition
Der 81-mm-Mörser ist ein wichtiger Bestandteil der Feuerunterstützung auf Kompanie- und Bataillonsebene. Er nimmt eine Zwischenstellung zwischen dem leichteren 60-mm-Mörser und dem schwereren 120-mm-System ein.
Das Kaliber 81 mm gehört zu den Standardkalibern der südkoreanischen Streitkräfte für Mörsermunition und wird in großen Mengen bevorratet und eingesetzt.
Technische Daten der 81-mm-Mörsermunition:
- Einsatzebene: Kompanie- und Bataillonsebene
- Maximale Reichweite: ca. 5,5 km
- Munitionsarten: Spreng-, Rauch-, Leucht- und Übungsgranaten
- Wichtigste Merkmale: Mittelschwerer Mörser, dessen Feuerkraft zwischen der von 60-mm- und 120-mm-Systemen liegt
120-mm-Mörsermunition
Die 120-mm-Mörsergranate wird von schweren Mörsersystemen eingesetzt, um indirekte Feuerunterstützung auf Bataillonsebene zu leisten. Hinsichtlich Reichweite und Sprengwirkung kann moderne 120-mm-Mörsermunition eine erhebliche Feuerkraft entfalten und gleichzeitig die Mobilität sowie die für Mörsersysteme charakteristische Fähigkeit zum Steilfeuer bewahren.
Südkorea hat über das Unternehmen Poongsan eine Reihe von 120-mm-Mörsergranaten für den 120-mm-Panzermörser des südkoreanischen Heeres eigenständig entwickelt und im eigenen Land produziert. Dazu gehören Sprenggranaten, raketenunterstützte Sprenggranaten, Leuchtgranaten, Rauchgranaten mit weißem Phosphor sowie Übungsgranaten.
Technische Daten der 120-mm-Mörsermunition:
- Einsatzebene: Bataillons- und Regimentsebene
- Maximale Reichweite: ca. 7–8 km
- Munitionsarten: Spreng-, Rauch-, Leucht- und präzisionsgelenkte Granaten
- Wichtigste Merkmale: Schwerer Mörser mit einer Feuerkraft, die sich der konventioneller Artilleriesysteme annähert

Abbildung 25. 81-mm-Mörser
8.3) Handgranaten und Sprengmittel – Das letzte Mittel der Infanterie im Nahkampf
K400 – Südkoreas erste eigenständig entwickelte Handgranate
Nach dem Koreakrieg übernahmen die südkoreanischen Streitkräfte die US-amerikanischen Splitterhandgranaten M26/M61 und M67 als Standardausrüstung. Im Jahr 1975 entwickelte und standardisierte Südkorea jedoch mit der K400 eine eigene Handgranate.
Die K400 war die erste im eigenen Land entwickelte Handgranate Südkoreas. Sie basierte auf der M67, wurde jedoch so umgestaltet, dass sie besser auf die körperlichen Voraussetzungen koreanischer Soldaten abgestimmt war. Mit einem Gesamtgewicht von 450 g und einer Sprengstofffüllung von etwa 130 g war sie vergleichsweise groß und schwer. Die Produktion wurde bis 1995 fortgesetzt, als die K400 durch die K413 ersetzt wurde.
Besonders interessant ist die Entstehungsgeschichte der Granate. Den Memoiren des verstorbenen Dr. Han Pil-soon zufolge, der zu den Entwicklern der K400 gehörte, begaben sich die Forscher an das Ufer des Han-Flusses und führten Versuche durch, bei denen sie Steine unterschiedlichen Gewichts warfen. Dabei stellten sie Berichten zufolge fest, dass sich ein Stein mit einem Gewicht von etwa 380 g am weitesten werfen ließ. Anschließend erprobten sie verschiedene Formen innerhalb dieser Gewichtsklasse und entschieden sich schließlich für eine apfelförmige Konstruktion.
Einer bekannten Anekdote zufolge waren US-amerikanische Militärangehörige später überrascht, als sie die fertige Granate sahen, da diese einer damals neu entwickelten amerikanischen Handgranate stark ähnelte.
K413 – Südkoreas heutige Standardhandgranate
Die 1994 entwickelte K413 löste die K400 ab und ist bis heute die Standard-Splitterhandgranate der südkoreanischen Streitkräfte.
Im Vergleich zur relativ großen und schweren K400 wurde die K413 kompakter gestaltet und besser an die körperlichen Voraussetzungen koreanischer Soldaten angepasst. Dadurch verbesserten sich sowohl ihre Wurfeigenschaften als auch ihre Transportierbarkeit.
Tabelle 9. Vergleich zwischen K400 und K413

Anders als die K400, bei der ein geprägter Stahlkörper zur Bildung von Splittern diente, verwendet die K413 würfelförmige Wolframsplitter. Dadurch konnte die Granate kleiner gestaltet und die benötigte Sprengstoffmenge reduziert werden, ohne dass sich der tödliche Wirkungsradius wesentlich verringerte.

Abbildung 26. Handgranaten K400 und K413
8.4) Rauch- und Leuchtmunition – Nicht tötliche Unterstützung bei Kampfeinsätzen
Rauchmunition
Rauchmunition wird auf dem Gefechtsfeld eingesetzt, um die Sicht einzuschränken, Bewegungen eigener Truppen zu verschleiern oder die Zielerfassung des Gegners zu beeinträchtigen.
Die südkoreanischen Streitkräfte verwenden Rauchmunition in verschiedenen Farben und Größen. Dazu gehören auch Übungsrauchgranaten aus der K413-Familie, darunter die K416 mit rotem, die K417 mit gelbem und die K418 mit weißem Rauch.
Arten von Rauchmunition:
- Weißer Rauch: Verschleierung der Bewegungen eigener Truppen und Einschränkung der Sicht
- Farbiger Rauch: Unterstützung bei der Einweisung von Luftfahrzeugen und Artillerie sowie bei der Markierung von Zielen
- Infrarotabschirmender Rauch: Beeinträchtigung von Wärmebildgeräten

Abbildung 27. Rauchgranaten K418, K416 und K417
Leuchtmunition
Bei nächtlichen Einsätzen ist Leuchtmunition unverzichtbar, um feindliche Bewegungen zu erkennen und das Feuer eigener Truppen zu unterstützen.
Südkorea produziert im eigenen Land Leuchtmunition in einer breiten Palette von Kalibern. Dazu gehören 60-mm-, 81-mm- und 120-mm-Leuchtgranaten für Mörser sowie 155-mm-Leuchtgeschosse für Artilleriesysteme.
Fallschirmgebremste Leuchtgranaten sinken aus mehreren Hundert Metern Höhe langsam zu Boden und beleuchten dabei das Gefechtsfeld über einen längeren Zeitraum. Dadurch sind sie insbesondere bei nächtlichen Verteidigungsoperationen von großem Nutzen.

Abbildung 28. Grüne Fallschirm-Leuchtsignalmunition KM195
8.5) Nicht tötliche Munition – Munition zwischen Krieg und Frieden
Nicht tötliche Munition wurde entwickelt, um Personen außer Gefecht zu setzen oder sie an bestimmten Handlungen zu hindern, ohne sie dabei absichtlich zu töten. Sie wird hauptsächlich von Polizeikräften, der Militärpolizei und Spezialeinheiten eingesetzt.
Gummigeschosse
Gummigeschosse werden zur Kontrolle von Unruhen und bei anderen Einsätzen verwendet, bei denen Personen mit nicht tötlichen Mitteln überwältigt oder zurückgedrängt werden sollen.
Sie können aus Waffen abgefeuert werden, die denen für herkömmliche Munition ähneln. Die Geschosse bestehen jedoch aus Gummi oder Kunststoff, um das Risiko tödlicher Verletzungen zu verringern. Sie werden von der südkoreanischen Polizei und Militärpolizei eingesetzt und können auch zur Ausrüstung von Einheiten gehören, die im Rahmen internationaler Friedenssicherungseinsätze (Peacekeeping Operations, PKO) im Ausland stationiert sind.
Da Gummigeschosse insbesondere auf kurze Distanz dennoch tödliche Verletzungen verursachen können, unterliegt ihr Einsatz strengen Vorschriften.

Abbildung 29. 40-mm-Gummigeschoss
Blend- und Schockgranaten
Eine Blend- oder Schockgranate (Flashbang bzw. Stun Grenade) ist eine nicht tötliche Granate, die dazu entwickelt wurde, Personen durch einen intensiven Lichtblitz und einen extrem lauten Knall vorübergehend zu desorientieren.
Südkoreanische Spezialkräfte und taktische Polizeieinheiten setzen solche Granaten unter anderem bei folgenden Einsätzen ein:
- Geiselbefreiungen
- Eindringen in Gebäude
- Antiterroroperationen
Bei der Detonation kann die Lichtstärke etwa eine Million Candela erreichen, während der Schalldruckpegel bei rund 170 Dezibel (dB) liegen kann. Dadurch können das Seh- und Hörvermögen der betroffenen Personen für mehrere Sekunden vorübergehend beeinträchtigt werden.

Abbildung 30. KE180-Blend- und Schockgranate
Überblick über die südkoreanische Spezialmunition
Tabelle 10. Spezialmunition der südkoreanischen Streitkräfte

Fazit zu Kapitel 8 – Spezialmunition für ein vielseitiges Gefechtsfeld
Spezialmunition erweitert die taktische Vielfalt und Flexibilität auf dem Gefechtsfeld über die konventionelle tödliche Feuerkraft hinaus.
Mit der Entwicklung der Hyungung stellte Südkorea unter Beweis, dass das Land in der Lage ist, eine Panzerabwehrlenkwaffe von Weltrang eigenständig zu entwickeln. Die Handgranate K413 wiederum steht beispielhaft für die erfolgreiche Entwicklung und Herstellung einer der grundlegendsten Waffen im eigenen Land, die zur Steigerung der Kampffähigkeit einzelner Soldaten beitragen.
Die Entwicklung nichtletaler Munition zeigt zudem, dass die südkoreanischen Streitkräfte in der Lage sind, ein breiteres Spektrum an Aufgaben im Spannungsfeld zwischen Krieg und Frieden zu erfüllen.
In ihrer Gesamtheit tragen diese spezialisierten Munitionsarten dazu bei, die südkoreanischen Streitkräfte umfassender auszustatten und ihre Einsatzflexibilität zu erhöhen, sodass sie auf ein breites Spektrum unterschiedlicher Bedrohungen reagieren können.
