Oil tanker navigating the Strait of Bab-el-Mandeb. Source: Shutterstock

Warum kämpfen die Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien gegeneinander?

I. Einleitung

Im Juli 2026 erklärten die Huthi-Rebellen eine gegen Saudi-Arabien gerichtete Seeblockade im Roten Meer und eröffneten damit faktisch eine weitere Front im Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Anschließend nahmen die Huthi ihre Offensive gegen Saudi-Arabien und die jemenitischen Regierungstruppen wieder auf.

Am 3. September 2026 starteten die Huthi, wie Abbildung 1 zeigt, im Zuge des anhaltenden jemenitischen Bürgerkriegs eine Offensive gegen den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidialen Führungsrat (Presidential Leadership Council, PLC), der die international anerkannte Regierung des Jemen bildet. Die Kämpfe begannen im Gouvernement Taizz und veranlassten den PLC zu einer Gegenoffensive gegen die Huthi in den Gouvernements al-Dschauf und al-Baida.

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Abbildung 1: Karte des Jemen mit Stand vom 14. September 2026 (Quelle: Al Jazeera)

Die Kämpfe ereigneten sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges zwischen den USA und dem Iran im Jahr 2026 und stellten die heftigsten Auseinandersetzungen im Jemen seit dem Waffenstillstandsabkommen zwischen den beiden Konfliktparteien von 2022 dar. Seit 2014 befinden sich die Huthi-Rebellen im bewaffneten Konflikt mit den jemenitischen Regierungstruppen und der von Saudi-Arabien geführten arabischen Koalition. Obwohl 2022 unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand vereinbart worden war, flammten die Kampfhandlungen erneut auf, nachdem die Huthi am 10. September die Kontrolle über die jemenitische Küste am Roten Meer und den strategisch wichtigen Hafen von Mokka übernommen hatten. Am 11. und 12. September folgte die Einnahme der Insel Perim, auch bekannt als Mayyun, die in der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Zugang zum Roten Meer liegt. Nach ihrer Niederlage gegen die Huthi in der Schlacht um Mokka verlor die jemenitische Regierung Gebiete nahe der Meerenge Bab al-Mandab im Südwesten des Landes. Infolgedessen geriet die gesamte Westküste des Jemen mit Ausnahme des Distrikts Midi unter die Kontrolle der Huthi. [1]

Darüber hinaus haben die Huthi ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Am Donnerstag, dem 24. September 2026, gaben die saudischen Behörden bekannt, sechs von den Huthi abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen zu haben. Diese hatten die im Westen des Landes gelegene Stadt Taif sowie das Hafengebiet von Yanbu an der Küste des Roten Meeres zum Ziel. In diesem Zusammenhang erklärten die Huthi, sie hätten „sensible Ziele“ in der saudischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen des saudischen Energiekonzerns Saudi Aramco im Hafen von Yanbu angegriffen. Yahya Saree, der Militärsprecher der Huthi-Rebellen, gab an, dass bei diesen beiden Militäroperationen ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden seien.

Als Reaktion auf diese Offensive der Huthi starteten Saudi-Arabien und die jemenitischen Regierungstruppen Berichten zufolge am 5. Oktober eine groß angelegte Gegenoffensive, bei der sie zuvor von den Huthi kontrollierte Küstengebiete am Roten Meer zurückeroberten. Die jemenitischen Regierungstruppen und die saudisch geführte Koalition erklärten, sie hätten die Meerenge Bab al-Mandab gesichert und wichtige Stützpunkte wie Dhubab zurückerobert. Zudem seien ihre Truppen bis in die Außenbezirke und bestimmte Stadtgebiete der Hafenstadt Mokka vorgedrungen. Die Führung der Huthi wies diese Angaben hingegen entschieden zurück und behauptete, weiterhin die Kontrolle über die kürzlich eroberten Gebiete am Roten Meer auszuüben.

Als Reaktion auf die Offensive Saudi-Arabiens und der jemenitischen Regierungstruppen führten die Huthi am 10. Oktober Drohnen- und Raketenangriffe auf wichtige Ziele innerhalb Saudi-Arabiens durch, darunter Flughäfen in Dschisan, Nadschran und Riad. Bei den Angriffen der Huthi kamen Berichten zufolge mindestens zwölf Menschen ums Leben, darunter ein US-amerikanischer Staatsbürger. Am 11. Oktober griffen die Huthi-Rebellen zudem den internationalen König-Chalid-Flughafen in Saudi-Arabien an, wobei ein Mensch getötet wurde. Nach Angaben der saudischen Behörden haben die Huthi-Rebellen seit Anfang Oktober insgesamt 20 Angriffe auf den internationalen König-Chalid-Flughafen verübt, bei denen 17 Menschen getötet und 333 verletzt wurden.

Angesichts der zunehmenden Kampfhandlungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im September und Oktober 2026 hat Saudi-Arabien, das wiederholt von Angriffen der Huthi auf sein Staatsgebiet betroffen war, zuletzt seine Verbündeten, darunter Pakistan und die Türkei, sowie die Vereinigten Staaten um Unterstützung gebeten. Daraufhin erklärten sich saudische Verbündete wie Pakistan und die Türkei bereit, Saudi-Arabien im Rahmen des Mekka-Verteidigungspakts zu unterstützen. Berichten zufolge wird US-Präsident Donald Trump in Kürze darüber entscheiden, ob die Vereinigten Staaten einen Angriff auf die Huthi-Rebellen starten werden. Allerdings sollen die USA bis zu den Zwischenwahlen im November 2026 keine Angriffe auf die Huthi durchführen.

Vor diesem Hintergrund untersucht der vorliegende Beitrag, warum sich die Huthi und Saudi-Arabien im Krieg miteinander befinden.

II. Die Beziehungen zwischen den Huthi und Saudi-Arabien

Die Beziehungen zwischen den Huthi und Saudi-Arabien sind tief in den politischen und religiösen Spannungen des Nahen Ostens verwurzelt. Historisch wurden die Huthi von der jemenitischen Regierung, die enge Beziehungen zu Saudi-Arabien unterhält, an den Rand gedrängt. Insbesondere die Befürchtung Saudi-Arabiens, dass der Iran durch seine Unterstützung der Huthi seinen Einfluss im Jemen ausweiten könnte, hat die Spannungen zwischen beiden Seiten verschärft.

Als die Huthi 2014 die Kontrolle über die jemenitische Hauptstadt Sanaa übernahmen, betrachtete Saudi-Arabien diesen Schritt als Teil der umfassenderen iranischen Bestrebungen nach regionaler Vorherrschaft. Daraufhin begann das Königreich 2015 eine militärische Intervention mit dem Ziel, die jemenitische Regierung wieder an die Macht zu bringen.

Der Konflikt entwickelte sich zu einem Stellvertreterkrieg, in dem Saudi-Arabien die jemenitische Regierung unterstützte, während der Iran den Huthi Beistand leistete, wie vielfach behauptet wurde (Darwich, Amiri & Mirzaei, 2015). Das Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und den Huthi war von grundlegender Feindschaft geprägt, da Saudi-Arabien versuchte, den Einfluss der Huthi zu beseitigen und eine ihm wohlgesonnene Regierung im Jemen wieder einzusetzen. Trotz zahlreicher Friedensgespräche zog sich der Konflikt über Jahre hin, und beide Seiten setzten ihre militärischen Aktivitäten fort. Diese komplexen Beziehungen verdeutlichen zugleich die umfassenderen Konfliktdynamiken zwischen Sunniten und Schiiten in der Region. [2]

Im März 2022 begann unter Vermittlung der Vereinten Nationen eine informelle Waffenruhe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi. Die damit eingetretene, über Jahre anhaltende relative Ruhe ist jedoch angesichts der erneuten Eskalation der Kämpfe zusammengebrochen. Nach dem Ende des mehrjährigen Waffenstillstands haben sich die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Bewegung im Jemen drastisch verschlechtert und sind erneut in einen offenen bewaffneten Konflikt übergegangen.

III. Aktuelle Lage im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi

1. Wiederaufnahme umfassender Kriegshandlungen und Kämpfe um die Kontrolle von Gebieten

a. Offensive der Huthi im Jemen: Wie Abbildung 2 zeigt, starteten die Huthi-Rebellen nach Angriffen auf saudische Ölanlagen und Flughäfen eine groß angelegte Offensive. Zwischen dem 10. und 12. September 2026 brachten sie strategisch wichtige Orte unter ihre Kontrolle, darunter die Hafenstadt Mokka an der Küste des Roten Meeres und die Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab. Damit sicherten sie sich die Kontrolle über wichtige Schifffahrtsrouten im Roten Meer.

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Abbildung 2: Hafen von Mokka und Insel Perim (Quelle: MARINO PH)

b. Gegenoffensive Saudi-Arabiens und der jemenitischen Regierungstruppen: Als Reaktion auf die Offensive der Huthi haben Saudi-Arabien und die jemenitischen Regierungstruppen gemeinsam mit verbündeten Staaten eine Koalition gebildet und militärische sowie diplomatische Gegenmaßnahmen eingeleitet. Am 4. Oktober 2026 kündigte Rashad al-Alimi, Vorsitzender des Präsidialen Führungsrats und Oberhaupt der jemenitischen Regierung, eine umfassende Militäroperation an. Ziel sei es, sämtliche von den Huthi kontrollierten Gebiete zurückzuerobern und die staatliche Autorität wiederherzustellen. In der Folge lieferten sich die von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierungstruppen, wie in den Abbildungen 3-1 und 3-2 dargestellt, heftige Gefechte mit den Huthi in den südwestlichen Bergregionen Al-Wazi’iyah, Al-Madaribah und Al-Ara.

Insbesondere am 5. Oktober führten Saudi-Arabien und die jemenitischen Regierungstruppen Berichten zufolge massive Luftangriffe und Bodenoffensiven durch, bei denen sie zuvor von den Rebellen kontrollierte Küstengebiete am Roten Meer zurückeroberten. Die jemenitischen Regierungstruppen und die saudisch geführte Koalition sicherten die Meerenge Bab al-Mandab und eroberten wichtige Stützpunkte wie Dhubab zurück. Zudem erklärten sie, bis in die Außenbezirke und bestimmte Stadtteile der Hafenstadt Mokka vorgedrungen zu sein beziehungsweise diese erreicht zu haben.

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Abbildung 3-1: Zielgebiete Saudi-Arabiens (grün) und der Huthi-Rebellen (rot) (Quelle: The Independent)

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Abbildung 3-2: Kampfgebiete zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen (Quelle: Sheba Intelligence)

2. Seeblockade im Roten Meer und Bedrohungen für die Energiesicherheit

Im Juli dieses Jahres erklärten die Huthi-Rebellen eine gegen Saudi-Arabien gerichtete Seeblockade im Roten Meer. Seitdem haben sie Raketen- und Drohnenangriffe auf saudisches Staatsgebiet und Ölanlagen durchgeführt. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Huthi die Meerenge Bab al-Mandab vollständig blockieren können. Anders als die Straße von Hormus, die den einzigen Seeweg vom Persischen Golf zum offenen Meer darstellt, können Schiffe, die durch die Meerenge Bab al-Mandab ins Rote Meer gelangen, dieses im Norden durch den Suezkanal wieder verlassen. Dennoch zeigen Daten der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde (Energy Information Administration, EIA), dass eine länger anhaltende gleichzeitige Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in beiden Meerengen Transportwege betreffen könnte, über die rund 24 Prozent des weltweiten Ölangebots befördert werden. Dadurch würden sich die alternativen Möglichkeiten der Staaten, Öl durch die Region zu transportieren, weiter einschränken.

Wenn internationale Reedereien beispielsweise ihre Öltanker umleiten, um das Rote Meer zu meiden, führt dies, wie Abbildung 4 zeigt, zu erheblich längeren Transportzeiten. Während die reguläre Route etwa 26 Tage in Anspruch nimmt, verlängert sich die Fahrt auf einer Ausweichroute auf rund 36 Tage. Hinzu kommen höhere Transportkosten und ein starker Anstieg der Versicherungsprämien.

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Abbildung 4: Ausweichroute zur Umgehung des Roten Meeres (Quellen: Reuters und CFR)

Das Problem besteht darin, dass das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab bislang wichtige alternative Transportwege für saudische Rohölexporte darstellten, insbesondere für den Fall von Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Die jüngste Kontrolle der Huthi über das Gebiet stellt daher eine erhebliche Bedrohung für die globalen Energielieferketten und die Stabilität der Ölpreise dar.

Am 5. Oktober wurde allerdings berichtet, dass die von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierungstruppen eine groß angelegte Offensive gegen die Huthi-Rebellen gestartet und strategisch wichtige Gebiete am Roten Meer sowie rund um die Meerenge Bab al-Mandab zurückerobert hätten. Die Huthi behaupten jedoch, diese Gebiete weiterhin zu kontrollieren. Dadurch bestehen Zweifel daran, in welchem Umfang die Regierungstruppen tatsächlich die Kontrolle über die betreffenden Gebiete erlangt haben.

3. Vergeltungsangriffe der Huthi auf saudisches Staatsgebiet und die Gegenoffensive Saudi-Arabiens

Als Reaktion auf die Luftangriffe und Offensiven der saudischen und jemenitischen Regierungstruppen vom 5. Oktober haben die Huthi Ziele auf saudischem Staatsgebiet, darunter die Hauptstadt Riad, ins Visier genommen. Wie Abbildung 5 zeigt, erreichten die Spannungen einen Höhepunkt, als die Huthi versuchten, mit ballistischen Raketen und Drohnen Angriffe auf strategisch wichtige Energieinfrastruktur sowie auf Ziele in Riad und im Hafen von Yanbu durchzuführen. Die saudischen Luftabwehrsysteme konnten diese Angriffe jedoch abfangen.

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Abbildung 5: Riad und der Hafen von Yanbu (Quelle: VOA)

Darüber hinaus haben die jüngsten Angriffe auf mehrere Flughäfen, darunter den Flughafen in Riad, zahlreiche Opfer gefordert. Die Huthi warnten zudem eindringlich vor der Nutzung des saudischen Luftraums und der Flughäfen des Landes. Nach Angaben der saudischen Behörden haben die Huthi-Rebellen seit Anfang Oktober insgesamt 20 Angriffe auf den internationalen König-Chalid-Flughafen verübt, bei denen 17 Menschen getötet und 333 verletzt wurden.

Nach Angaben der Huthi-nahen Nachrichtenagentur Saba bekräftigte Huthi-Sprecher Yahya Saree am 11. Oktober (Ortszeit) in einer Erklärung seine Warnung an „alle Fluggesellschaften, Fachkräfte, Mitarbeiter und Reisenden, die saudische Flughäfen und den saudischen Luftraum nutzen“. Er verschärfte seine Drohung mit den Worten: „Alle saudischen Flughäfen – mit Ausnahme jener, die den islamischen heiligen Städten Mekka und Medina dienen – sind potenzielle Ziele und könnten zu Einsatzgebieten unserer Streitkräfte werden.“ [3] Am 15. Oktober griffen die Huthi-Rebellen zudem den Präsidentenpalast in Aden, der provisorischen Hauptstadt der jemenitischen Regierung, mit einer Rakete an. Dabei wurden etwa 20 Menschen getötet oder verletzt.

Als Reaktion auf diese Offensive der Huthi führte Saudi-Arabien am 13. Oktober (Ortszeit) Vergeltungsluftangriffe gegen die Gruppe im Jemen durch. Die groß angelegten Angriffe richteten sich gegen Ölanlagen in wichtigen Städten, darunter die von den Huthi kontrollierte jemenitische Hauptstadt Sanaa. Wie die Zeitung Arab News berichtete, bombardierte die saudisch geführte arabische Koalition strategisch wichtige Ziele in Städten unter Huthi-Kontrolle, darunter Sanaa, Hodeidah und Dhamar.

Koalitionssprecher Turki al-Maliki erklärte: „Wir haben bestätigt, dass die Huthi wichtige zivile Infrastruktureinrichtungen für militärische Zwecke missbrauchten. Deshalb haben wir präzise Militäroperationen durchgeführt, um diese Einrichtungen außer Gefecht zu setzen.“

Zu den wichtigsten Angriffszielen gehörten seinen Angaben zufolge der zentrale Militärstützpunkt Al-Sabaha in Sanaa, unterirdische Reservetreibstofflager sowie Lagertanks und Hafenanlagen für den Transport und das Entladen von Treibstoff in Hodeidah und Dhamar. [4]

4. Internationale Auswirkungen sowie diplomatische und militärische Maßnahmen

a. Die Rolle des Iran bei der Unterstützung der Huthi-Rebellen und internationale Reaktionen: Westliche Staaten, darunter die G7-Länder, haben den Iran dafür kritisiert, die Huthi-Rebellen mit modernen Waffenkomponenten und Technologien zu versorgen. Zugleich forderten sie Teheran auf, diese Rüstungsunterstützung einzustellen.

b. Saudi-Arabiens Bemühungen um eine verstärkte Sicherheitszusammenarbeit: Die saudische Führung berät sich mit den Vereinigten Staaten und regionalen Verbündeten über sicherheitspolitische Gegenmaßnahmen. Gleichzeitig beobachten wichtige internationale Akteure wie Frankreich die Lage aufmerksam. Einige Länder haben zudem Truppen in die Umgebung entsandt, um zum Schutz strategisch wichtiger saudischer Energieanlagen beizutragen.

c. Gemeinsame Verteidigungsmaßnahmen im Rahmen des Mekka-Verteidigungsabkommens: Auf Grundlage des im August 2026 mit der Türkei und Pakistan unterzeichneten gemeinsamen Mekka-Verteidigungsabkommens berief Saudi-Arabien ein Dringlichkeitstreffen in Riad ein. Daran nahmen die Generalstabschefs und Außenminister der drei Staaten teil, um Maßnahmen zur Verteidigung Saudi-Arabiens und zur Unterstützung bei der Ausübung seines Selbstverteidigungsrechts zu erörtern. In der Folge erklärten sich die Türkei und Pakistan bereit, Truppen nach Saudi-Arabien zu entsenden.

Berichten von Al Jazeera und anderen Medien zufolge bekräftigten die Außen- und Verteidigungsminister der drei Länder ihre Entschlossenheit, „unverzüglich mit der praktischen Umsetzung der gemeinsamen Verteidigungszusagen zu beginnen, die vereinbarten Streitkräfte und militärischen Fähigkeiten bereitzustellen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um deren rasche Verlegung nach Saudi-Arabien sicherzustellen“.

Konkrete Angaben zur Größe oder zu den Aufgaben der gemeinsamen Verteidigungskräfte machten die drei Staaten allerdings nicht. Sie betonten jedoch die schnelle Stationierung von Truppen innerhalb Saudi-Arabiens, was darauf hindeutet, dass sich deren Einsatz zunächst auf die Verteidigung des Landes konzentrieren soll.

Dennoch besteht ein erhebliches Risiko, dass es im Verlauf dieser Verteidigungsoperationen zu Zusammenstößen zwischen den Huthi und türkischen beziehungsweise pakistanischen Streitkräften kommt. Sollten die Huthi unter stärkeren militärischen Druck geraten, könnte der Iran eingreifen, um sie zu unterstützen. Damit wächst die Gefahr, dass sich der Konflikt zu einem Krieg zwischen sunnitisch geprägten Mächten wie Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan einerseits und der schiitisch geprägten Regionalmacht Iran andererseits ausweitet.

Al Jazeera prognostizierte, dass „Saudi-Arabien und die sunnitischen Staaten wahrscheinlich versuchen werden, die Huthi von der Küste des Roten Meeres zurückzudrängen, um alternative Öltransportrouten zu sichern“. Gleichzeitig wies der Sender darauf hin, dass „ein Vormarsch in den Nordwesten des Jemen, die Hochburg der Huthi, den Iran provozieren könnte“.

d. Bemühungen um eine Verbesserung der Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten: Saudi-Arabien nimmt erneut hochrangige Kontakte zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf. In der Vergangenheit war es zwischen beiden Ländern unter anderem wegen der Unterstützung südjemenitischer Separatisten des Südlichen Übergangsrats (Southern Transitional Council, STC) sowie aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über den Umgang mit dem Iran zu Spannungen gekommen. Nun prüft Saudi-Arabien die Möglichkeit, gemeinsam mit den VAE eine geschlossene Front gegen die Huthi-Rebellen zu bilden.

e. Reaktionen Israels und der Vereinigten Staaten: Nachdem Saudi-Arabien am 13. Oktober massive Luftangriffe auf Ölanlagen in den von den Huthi kontrollierten jemenitischen Städten, darunter die Hauptstadt Sanaa, durchgeführt hatte, bekundete Israel seine Absicht, Saudi-Arabien zu unterstützen. Dadurch stieg die Gefahr, dass sich der jemenitische Bürgerkrieg zu einem Konflikt ausweiten könnte, der den gesamten Nahen Osten erfasst.

Unterdessen deutete US-Präsident Donald Trump am 13. Oktober (Ortszeit) an, dass die Vereinigten Staaten nach den Zwischenwahlen Vergeltungsmaßnahmen gegen die proiranischen Huthi-Rebellen ergreifen könnten, die für die Angriffe auf Saudi-Arabien verantwortlich gemacht werden.

Trump äußerte sich dazu auf der sozialen Medienplattform Truth Social und erklärte: „Die Huthi verhalten sich äußerst schlecht.“

Er führte weiter aus: „Wir haben sie vor einem Jahr massiv bombardiert. Als wir die Angriffe auf ihre Bitte hin einstellten, dachte ich, sie hätten ihre Lektion gelernt.“

Anschließend fügte er hinzu: „Sie verhielten sich lange Zeit ruhig, doch jetzt sind sie wieder aufgetaucht und greifen Saudi-Arabien auf äußerst brutale Weise an.“ [5]

Präsident Trump hatte zuvor erklärt, dass er vor den für den 3. November angesetzten Zwischenwahlen unter keinen Umständen Angriffe auf den Iran durchführen werde. Die New York Times (NYT) berichtete, dass er in den vergangenen Monaten bereits fünfmal Pläne für groß angelegte Militäroperationen gegen den Iran oder die Huthi zurückgewiesen habe.

Obwohl Trump offenbar beabsichtigt, vor den Wahlen eine direkte militärische Intervention der USA gegen die Huthi zu vermeiden, hat er die Möglichkeit offengelassen, andere Staaten des Nahen Ostens, darunter die Türkei, um militärische Unterstützung zu bitten.

Als Trump an diesem Tag im Weißen Haus mit Journalisten sprach, wurde er gefragt, ob er die Türkei auffordern werde, sich an den Maßnahmen gegen die Angriffe der Huthi zu beteiligen.

Er antwortete: „Das ist eine Möglichkeit“, und fügte hinzu: „Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist ein sehr guter Freund von mir.“

IV. Warum befinden sich die Huthi und Saudi-Arabien im Krieg?

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi hat verschiedene Ursachen. Der unmittelbarste Auslöser war jedoch der Ausbruch des jemenitischen Bürgerkriegs und die anschließende militärische Intervention Saudi-Arabiens. Im Jahr 2014 brachten die Huthi-Rebellen die jemenitische Hauptstadt Sanaa gewaltsam unter ihre Kontrolle und stürzten die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung.

Saudi-Arabien betrachtete die Entstehung einer feindlich gesinnten, proiranischen Macht im benachbarten Jemen als unmittelbare Bedrohung seiner nationalen Sicherheit. Infolgedessen brach 2015 ein umfassender Krieg aus, als sich eine von Saudi-Arabien geführte Koalition formierte, um mit Luftangriffen und militärischen Interventionen gegen die Huthi vorzugehen.

Darüber hinaus verschärft sich der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien im Zuge der zunehmenden regionalen Spannungen, die durch den strategischen Einfluss des Iran und die jüngsten feindseligen Handlungen im gesamten Nahen Osten angeheizt werden.

Die Huthi haben sich als wichtiger Verbündeter innerhalb der iranischen „Achse des Widerstands“ etabliert und profitieren von Waffenlieferungen, militärischer Technologie und politischer Unterstützung. Im Ringen um die regionale Vorherrschaft zwischen Saudi-Arabien, der führenden Macht der sunnitischen Welt, und dem Iran, der führenden Macht der schiitischen Welt, ist der Jemen zu einem zentralen Schauplatz des Stellvertreterkriegs zwischen diesen beiden Regionalmächten geworden. [6]

In den vergangenen Monaten haben die Huthi erneut begonnen, Ziele in Riad anzugreifen, und damit die seit Langem bestehenden Konfliktdynamiken zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wieder angefacht. Nach der Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hatte es eine Phase gegeben, in der die Huthi ihre militärischen Aktivitäten zurückfuhren und ihre Aufmerksamkeit auf eine völlig andere Front richteten. Inzwischen verfolgen sie jedoch eine neue Strategie, die auf Angriffe gegen saudische Infrastruktureinrichtungen, Energieanlagen und Rohölexportrouten ausgerichtet ist.

In enger Zusammenarbeit mit dem Iran verfolgen die Huthi-Rebellen das Ziel, ihre regionale Stellung innerhalb der „Achse des Widerstands“ zu stärken und den Einfluss des Iran auf die Weltwirtschaft auszuweiten. Dabei nutzen sie insbesondere die Situation aus, dass der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran die Energietransportrouten in der Region bedroht.

Die Huthi gehen davon aus, dass sie durch die Einnahme strategisch wichtiger Positionen entlang der Küste des Roten Meeres und an der Meerenge Bab al-Mandab zentrale Schifffahrtsrouten Saudi-Arabiens bedrohen oder blockieren könnten. Dadurch ließen sich die globalen Energielieferungen beeinträchtigen und zugleich jene Rohölexportrouten unter Druck setzen, auf die Saudi-Arabien angewiesen ist, um die Straße von Hormus zu umgehen.

Dies liegt daran, dass die strategische Bedeutung der Route durch das Rote Meer erheblich zugenommen hat, da Saudi-Arabien angesichts der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus bei seinen Exporten immer stärker auf diesen Seeweg angewiesen ist. Zwischen März und Mitte Juli 2026 stieg das Volumen der saudischen Rohölexporte durch die Meerenge Bab al-Mandab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf das Achtfache.

Infolgedessen haben die Huthi ballistische Raketen- und Drohnenangriffe auf saudisches Staatsgebiet durchgeführt und dabei wichtige Ölanlagen, darunter Einrichtungen des Energiekonzerns Saudi Aramco, sowie Pipelines angegriffen, wodurch wirtschaftliche Schäden entstanden. Darüber hinaus erhöhen sie den Druck, indem sie strategisch wichtige Orte nahe der Meerenge Bab al-Mandab und des Roten Meeres, darunter den Hafen von Mokka und die Insel Perim, unter ihre Kontrolle bringen. Gleichzeitig halten sie an ihrer Seeblockade fest und setzen ihre Angriffe auf saudische Schiffe fort.

Dadurch hat sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zunehmend zu einem Kampf um die Energiesicherheit entwickelt, in dessen Mittelpunkt die Kontrolle über Gebiete im Jemen und die Meerenge Bab al-Mandab steht.

Eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung der Huthi-Rebellen, nach dem Ausbruch des Irankriegs im Februar 2026 erneut einen umfassenden Krieg gegen Saudi-Arabien zu führen, spielte jedoch auch der Ausbau ihrer militärischen Fähigkeiten. Eine der wichtigsten Veränderungen für die Huthi besteht darin, dass sie ihre militärischen Bestände wieder auffüllen konnten, insbesondere ihre Vorräte an Raketen und Drohnen.

Als die Vereinigten Staaten im Juni 2025 erstmals den Iran angriffen, hatten sie gerade erst einen Konflikt mit den Huthi beendet, der im Rahmen der „Operation Rough Rider“ von März bis Mai 2025 geführt worden war. Beide Seiten hatten während der Auseinandersetzungen erhebliche Mengen an Munition verbraucht. Besonders bemerkenswert ist, dass die USA mehr als 1.100 Angriffe durchgeführt hatten, von denen sich ein beträchtlicher Teil gegen Waffenlager der Huthi richtete. [7]

Anfang Mai 2025 waren die Huthi-Rebellen militärisch schwer angeschlagen und ihre Strukturen erheblich geschwächt. Gleichzeitig wurde den Vereinigten Staaten zunehmend bewusst, dass sich die Huthi allein durch Luftangriffe nicht unterwerfen ließen. Da beide Seiten nach einem Ausweg aus dem Konflikt suchten, einigten sich die USA und die Huthi auf einen Waffenstillstand. Washington stellte seine Bombardierungen ein, während die Huthi ihre Angriffe auf Schiffe unter US-amerikanischer Flagge beendeten. Als die Vereinigten Staaten wenige Wochen später beschlossen, sich den israelischen Angriffen auf den Iran anzuschließen, waren die Huthi daher nicht in der Lage, Teheran militärisch zu unterstützen.

Zu diesem Zeitpunkt reichten die Raketen- und Drohnenfähigkeiten der Huthi nicht aus, um einen militärischen Konflikt mit einem anderen Staat zu führen. Als die Vereinigten Staaten im Februar 2026 erneut in einen Krieg mit dem Iran eintraten, hatte sich an dieser Situation zunächst kaum etwas geändert.

In den vergangenen Monaten haben die Huthi ihre militärische Stärke jedoch kontinuierlich ausgebaut, während sich zwischen den USA und dem Iran Phasen bewaffneter Auseinandersetzungen und Waffenstillstände abwechselten. Nach Angaben von Reuters hat der Iran in den vergangenen Wochen eine beträchtliche Zahl von Soldaten und erhebliche Mengen an militärischer Ausrüstung in den Jemen verlegt. Diese militärische Verstärkung durch den Iran hat das Selbstvertrauen der Huthi gestärkt und sie zu der Überzeugung gebracht, inzwischen über ausreichende militärische Fähigkeiten zu verfügen, um einen Krieg führen zu können.

Darüber hinaus haben die Huthi beobachtet, wie der Iran durch die faktische Blockade der Straße von Hormus die Weltwirtschaft und die Ölexporte aus dem Nahen Osten erheblich beeinträchtigt hat. In vielerlei Hinsicht ähnelte dieses Vorgehen den Versuchen der Huthi-Rebellen, in den Jahren 2024 und 2025 Handelsschiffe im Roten Meer anzugreifen. Allerdings erwies sich die iranische Strategie von 2026 als wesentlich erfolgreicher und eröffnete den Huthi damit eine neue Gelegenheit, die Meerenge Bab al-Mandab ins Visier zu nehmen – eine strategisch wichtige Schifffahrtsroute, auf die Saudi-Arabien angewiesen ist.

Als der Iran die Straße von Hormus blockierte, verlagerte Saudi-Arabien seine Ölexportrouten von der Ost- an die Westküste des Landes. Infolgedessen liefen Öltanker zunehmend die saudische Hafenstadt Yanbu an, bevor sie durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab nach Süden fuhren, um die internationalen Märkte zu erreichen. Diese Verlagerung trug wesentlich zur Stabilisierung der internationalen Ölpreise bei. Derzeit exportiert Saudi-Arabien rund 4,6 Millionen Barrel Öl pro Tag, wobei mehr als 80 Prozent dieser Menge durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab transportiert werden.

Die Huthi nutzen dabei zwei entscheidende Faktoren zu ihrem Vorteil: Zum einen verfügen sie über Raketen und Drohnen, mit denen sie strategisch wichtige Engstellen der Schifffahrt im Roten Meer blockieren können. Zum anderen ist Saudi-Arabien aufgrund seiner Abhängigkeit von einer einzigen wichtigen Exportroute besonders verwundbar. Das Zusammentreffen dieser beiden Faktoren veranlasste die Huthi zu der Einschätzung, dass der Zeitpunkt zum Handeln gekommen sei. Daraufhin starteten sie eine groß angelegte Offensive mit dem Ziel, die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab zu erlangen und Energieanlagen auf saudischem Staatsgebiet anzugreifen.

Angesichts ihrer wiederhergestellten militärischen Fähigkeiten, der strategischen Überlegungen des Iran hinsichtlich der Straße von Hormus und des wachsenden Bedrohungsgefühls Saudi-Arabiens sehen sich die Huthi in einer günstigen Position, um zwei Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Durch eine Blockade des Roten Meeres können sie einerseits ihre Loyalität gegenüber dem Iran demonstrieren und ihren eigenen strategischen Wert unter Beweis stellen. Andererseits können sie ein zunehmend besorgtes Saudi-Arabien unter Druck setzen, um größere Zugeständnisse und finanzielle Vorteile zu erlangen – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Dabei gehen die Huthi jedoch mit Bedacht vor. Sie haben angekündigt, das Rote Meer nicht für den gesamten Schiffsverkehr zu sperren, sondern die Durchfahrt ausschließlich für saudische Schiffe einzuschränken. Diese Unterscheidung verdeutlicht ihre Absicht, den Konflikt mit Saudi-Arabien zu verschärfen, gleichzeitig aber die Vereinigten Staaten und Israel aus den Kampfhandlungen herauszuhalten und so eine Ausweitung des Konflikts über die regionale Ebene hinaus zu verhindern.

V. Mögliche Eskalation des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und den Huthi

Die Gefahr einer weiteren Eskalation des Krieges zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen nimmt zu. Die Rebellen weiten ihre Kontrolle über Gebiete entlang der Küste des Roten Meeres aus und führen Vergeltungsangriffe mit Raketen auf bedeutende saudische Städte, darunter Riad, sowie auf Ölanlagen durch. Gleichzeitig deutet sich an, dass Pakistan und die Türkei Saudi-Arabien militärisch unterstützen könnten.

Da sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen zunehmend auf das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab ausweitet, die für Saudi-Arabien von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung sind, gewinnt das im August 2026 von Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan unterzeichnete gemeinsame Mekka-Verteidigungsabkommen immer mehr an Bedeutung. Anfang September erklärte der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif, dass das Mekka-Abkommen zur Anwendung kommen werde, falls Saudi-Arabien angegriffen werde oder die Kämpfe im Jemen auf saudisches Staatsgebiet übergreifen sollten.

Am 15. September erklärte Verteidigungsminister Asif jedoch, dass „alle verfügbaren Mittel“ mobilisiert würden, um Saudi-Arabien gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen zu verteidigen. Dies war bislang das deutlichste Signal dafür, dass Pakistan möglicherweise direkt in den eskalierenden Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen eingreifen könnte. [8]

Angesichts der Ausweitung der Kampfhandlungen auf saudisches Staatsgebiet berief Saudi-Arabien ein Dringlichkeitstreffen ein, um die Umsetzung des Mekka-Verteidigungsabkommens zu erörtern. Daraufhin entsandten die Türkei und Pakistan kurzfristig ihre führenden Militärvertreter nach Riad. Das Treffen fand statt, nachdem Saudi-Arabien angesichts wochenlanger Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen auf sein Staatsgebiet um eine Zusammenkunft der militärischen Führungsspitzen der Türkei und Pakistans gebeten hatte.

Das am 7. August unterzeichnete gemeinsame Mekka-Verteidigungsabkommen sieht vor, dass ein Angriff auf einen der drei Staaten – Saudi-Arabien, die Türkei oder Pakistan – als Angriff auf alle drei gilt. Die Abfolge der Ereignisse, die zu diesem Treffen der Generalstabschefs der drei Länder führte, verdeutlicht, mit welcher Dringlichkeit Riad die gegenwärtige Krise betrachtet.

Die Nachricht über das geplante Treffen der Generalstabschefs Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans wurde erstmals nach einer Zusammenkunft am 24. September in New York bekannt gegeben. Daran nahmen der saudische Außenminister Faisal bin Farhan, der pakistanische stellvertretende Premierminister und Außenminister Ishaq Dar sowie der türkische Außenminister Hakan Fidan teil.

In einer nach dem Treffen veröffentlichten Erklärung wurden die Angriffe auf Mekka sowie auf zivile und wirtschaftliche Einrichtungen innerhalb Saudi-Arabiens verurteilt. Zugleich wurde das Recht Saudi-Arabiens auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen anerkannt. Die pakistanische Seite äußerte sich allerdings etwas zurückhaltender.

Der pakistanische Außenminister Dar erklärte auf X: „Wir haben die Fortschritte beim Aufbau institutioneller Mechanismen im Rahmen des gemeinsamen Mekka-Verteidigungsabkommens überprüft und uns über regionale und internationale Sicherheitsfragen ausgetauscht.“

Auch das türkische Außenministerium nahm hinsichtlich der Gespräche in New York eine ähnlich zurückhaltende Haltung ein. Türkische Staatsmedien beschrieben das Treffen als Gelegenheit, die laufenden „technischen Verhandlungen“ zu überprüfen, die darauf abzielen, das Mekka-Verteidigungsabkommen institutionell zu verankern. Diese Gespräche dienen der Vorbereitung einer künftigen Sitzung des „Strategischen Politik- und Verteidigungsausschusses“. [9]

Nach einer Verschärfung der Huthi-Offensive hielten Vertreter Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans am 5. Oktober (Ortszeit) in Riad eine Dringlichkeitssitzung des „Strategischen Politik- und Verteidigungsausschusses der Mekka-Allianz“ ab. Dabei bekräftigten sie ihre Haltung, „jeden Angriff, der die Sicherheit und territoriale Integrität Saudi-Arabiens bedroht, entschieden zurückzuweisen“.

Darüber hinaus kündigten sie an, „unverzüglich mit der konkreten Umsetzung der gemeinsamen Verteidigungsverpflichtungen zu beginnen, die vereinbarten Streitkräfte und militärischen Fähigkeiten bereitzustellen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um deren rasche Verlegung nach Saudi-Arabien sicherzustellen“. Allerdings enthielt die gemeinsame Erklärung der drei Staaten keine konkreten Angaben zur Größe der zu entsendenden Truppen oder zu den Aufgaben, die sie übernehmen sollten. [10]

Damit kündigten die Türkei und Pakistan erstmals offiziell Pläne für eine militärische Unterstützung Saudi-Arabiens an. Dennoch bleibt unklar, ob sich türkische und pakistanische Streitkräfte tatsächlich an Kampfhandlungen an der Front am Roten Meer beteiligen werden. Diese Unsicherheit spiegelte sich auch darin wider, dass die drei Länder an diesem Tag weder konkrete Angaben zum Umfang der Streitkräfte noch zu deren Zusammensetzung oder ihren jeweiligen Einsatzaufträgen machten. Zudem betonten sie, dass „die Verteidigungsverpflichtungen im Einklang mit dem trilateralen Abkommen und den Gesetzen der jeweiligen Länder umgesetzt werden“.

Da die Türkei und Pakistan als Vermittler bei den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran auftreten, dürften beide Länder ein erhebliches Interesse daran haben, einen umfassenden Krieg mit den Huthi zu vermeiden, die für ihre Verbindungen zum iranischen Regime bekannt sind.

Analysten vermuten, dass diese zurückhaltende Haltung auch mit den direkten Warnungen zusammenhängen könnte, die die Huthi-Rebellen an beide Länder gerichtet haben. Während die Huthi Raketen- und Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien durchführten, bedrohten sie zugleich dessen Verbündete.

Mohammed al-Bukhaiti, Mitglied des politischen Büros der Huthi, warnte in einer irakischen Fernsehsendung, dass Pakistan und die Türkei mit einer „eisernen Faust“, also mit schweren Vergeltungsmaßnahmen, rechnen müssten, sollten sie in den Krieg zwischen Saudi-Arabien und den Huthi eingreifen. Tughral Yamin, Brigadegeneral im Ruhestand und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Islamabad Policy Research Institute, erklärte gegenüber Al Jazeera, dass sowohl Pakistan als auch die Türkei derzeit vor erheblichen Herausforderungen stünden. [11]

Er wies darauf hin, dass es für Pakistan schwierig wäre, Truppen für den Kampf gegen die Huthi zu entsenden, da die Streitkräfte des Landes bereits durch innen- und außenpolitische Sicherheitsbedrohungen stark beansprucht seien. Dazu gehörten die anhaltenden Grenzgefechte mit Afghanistan, die fortdauernden Spannungen mit Indien und die zunehmenden Angriffe militanter Gruppen im eigenen Land.

Yamin fügte hinzu: „Es ist auch ungewiss, ob die Türkei bereit wäre, Truppen nach Saudi-Arabien zu entsenden. Die Türkei hat Verpflichtungen gegenüber der NATO, und ihre Grenze zu Syrien ist nicht vollständig gesichert.“

Unterdessen bemüht sich Saudi-Arabien mit großer Dringlichkeit um eine Reaktion auf die Krise. Die religiöse Führung des Landes hat sich dabei mit deutlich eindringlicheren Worten zu Wort gemeldet als das Außenministerium. [12]

Der saudische Großmufti Scheich Saleh al-Fawzan, die höchste religiöse Autorität des Landes, rief zur Geschlossenheit im Kampf gegen die Huthi-Rebellen auf und bezeichnete sie als „fehlgeleitete Sekte und abweichlerische Gruppierung“. Die Verteidigung der Grenzen des saudischen Königreichs erklärte er zu einer Pflicht, für die man bereit sein müsse, „Leib und Leben“ zu opfern.

Bereits zuvor hatte der saudische König Salman in einer ungewöhnlichen Erklärung eine ähnliche Haltung zum Ausdruck gebracht. Er warf den Huthi vor, erneut einen Angriff auf Mekka geplant zu haben, und erklärte während einer Kabinettssitzung in Dschidda, ein solcher Versuch stelle eine Verletzung der heiligsten Stätte des Islam dar.

Gokhan Ereli, Experte für Internationale Beziehungen an der Ibn-Haldun-Universität in Istanbul, erklärte gegenüber Al Jazeera, dass die Botschaft des Großmuftis zwar nur begrenzte praktische Auswirkungen auf Länder wie Pakistan oder die Türkei haben dürfte, innerhalb Saudi-Arabiens jedoch von erheblicher Bedeutung sei.

„Die Autorität des Großmuftis hat innerhalb Saudi-Arabiens tatsächlich großes Gewicht“, erläuterte er. „Diese Erklärung dient in erster Linie dazu, die Soldaten an der Front zu mobilisieren. Sie verleiht einem langen und schmerzhaften Krieg eine spirituelle und religiöse Rechtfertigung und erleichtert es ihnen, die damit verbundenen Opfer zu ertragen.“

Ereli fügte hinzu: „Für Pakistan und die Türkei ist dies eher eine Frage der politischen Haltung als eine bindende Verpflichtung. Beide Regierungen arbeiten bereits im Rahmen bestehender Sicherheitsabkommen mit Riad zusammen. Die religiöse Argumentation dient lediglich dazu, die Botschaft der Solidarität zu bekräftigen, ohne die formalen Bedingungen der bereits bestehenden Verpflichtungen zu verändern.“ [13]

Ein regionaler Diplomat, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, erklärte: „Die saudischen Bürger fühlen sich durch die Huthi-Rebellen zunehmend bedroht und hören häufig Luftschutzsirenen, die durch Raketenangriffe der Huthi auf zivile Einrichtungen ausgelöst werden.“

Er fügte hinzu: „Diese Rede ist jedoch Teil eines umfassenderen Ansatzes, der darauf abzielt, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedrohung zu schärfen. Zugleich spiegelt sie die Erkenntnis wider, dass sich die Lage eher verschlechtern als verbessern dürfte.“

Unterdessen erklärte der türkische Außenminister Hakan Fidan, dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan über die Verfahren zur Ratifizierung des gemeinsamen Verteidigungsvertrags mit Saudi-Arabien durch das türkische Parlament informiert worden sei.

Fidan sagte: „Wir haben beschlossen, den Vertrag dem Parlament so bald wie möglich vorzulegen. Die praktischen Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen.“

Die Bemühungen der Türkei, die parlamentarische Ratifizierung zu beschleunigen, werden als vorbereitender Schritt betrachtet, um eine eindeutige rechtliche Grundlage für die militärische Unterstützung Saudi-Arabiens zu schaffen. [14]

In diesem Zusammenhang berichtete das auf den Nahen Osten spezialisierte Nachrichtenportal Middle East Eye am 6. Oktober unter Berufung auf eine hochrangige türkische Quelle, dass die Türkei innerhalb weniger Wochen Spezialeinheiten, Militärflugzeuge und Piloten nach Saudi-Arabien entsenden könnte. Ihr Auftrag solle dabei auf die Unterstützung bei der Verteidigung beschränkt bleiben.

Im Zusammenhang mit der militärischen Unterstützung Saudi-Arabiens durch die Türkei und Pakistan wies Tughral Yamin, Wissenschaftler am Institute of Policy Studies in Islamabad, darauf hin, dass „Pakistan bereits im Rahmen früherer bilateraler Abkommen Berater, Ausbildungspersonal sowie Logistik- und Technikfachkräfte nach Saudi-Arabien entsandt hat“. [15]

Im April dieses Jahres bestätigte Saudi-Arabien die Ankunft pakistanischer Streitkräfte, darunter Kampfflugzeuge und Unterstützungsflugzeuge, auf dem Luftwaffenstützpunkt König Abdulaziz im Osten des Landes. Die Truppenverlegung erfolgte im Rahmen eines „strategischen Abkommens zur gegenseitigen Verteidigung“ und fand vor dem Hintergrund anhaltender iranischer Angriffe auf Saudi-Arabien statt.

Pakistan bildet bereits seit 1967 Tausende saudische Militärangehörige aus und unterhält seit den 1970er-Jahren eine Truppenpräsenz im Land, um unter anderem strategisch wichtige Einrichtungen wie Ölanlagen in der östlichen Region zu schützen.

Unterdessen wies Ereli von der Ibn-Haldun-Universität in Istanbul darauf hin, dass die Schwierigkeiten Saudi-Arabiens nicht auf einen Mangel an Ressourcen zurückzuführen seien.

„Saudi-Arabien verfügt über die notwendigen Ressourcen und Luftstreitkräfte und kann seit Jahren auf ausländische Unterstützung zählen“, erklärte er. „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass die von Saudi-Arabien geführten Koalitionstruppen am Boden im Jemen in verschiedene Fraktionen zersplittert sind. Da sich die Vereinigten Staaten militärisch nur begrenzt beteiligen, muss Saudi-Arabien den Großteil der operativen Last allein tragen. Dies führt zu einer übermäßigen Beanspruchung seiner Luftabwehrkapazitäten.“ [16]

Angesichts dieser Lage haben sich Frankreich und Großbritannien bereit erklärt, Unterstützung bei der Verteidigung zu leisten. Großbritannien stimmte kürzlich zu, saudische Kampfflugzeuge bei Verteidigungseinsätzen durch Luftbetankung zu unterstützen. Frankreich bestätigte die Entsendung von Truppen zum Schutz eines wichtigen Ölterminals in Yanbu. Die Hafenstadt am Roten Meer dient Saudi-Arabien als alternativer Exportweg, um die Straße von Hormus zu umgehen.

Trotz der Unterstützungszusagen von Staaten wie Pakistan, der Türkei, Frankreich und Großbritannien zeigen die Huthi-Rebellen keine Anzeichen dafür, ihre Offensive gegen Saudi-Arabien und die von Saudi-Arabien unterstützten Streitkräfte im Jemen abzuschwächen.

Die Kampfhandlungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen stellen damit nicht nur das Mekka-Verteidigungsbündnis auf die Probe, sondern auch die seit Jahrzehnten bestehende Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien.

„Saudi-Arabien unterhält seit Langem enge Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Offen gesagt glaube ich nicht, dass die USA einfach aus der Ferne zusehen können“, erklärte Baraa Shiban, politischer Analyst und auf den Jemen sowie die Golfregion spezialisierter Wissenschaftler am britischen Royal United Services Institute (RUSI).

„Letztlich werden sich die Vereinigten Staaten in einer Situation wiederfinden, in der sie Saudi-Arabien zumindest logistische, nachrichtendienstliche und taktische Unterstützung leisten müssen“, fügte er hinzu. [17]

Doch selbst wenn ein solches Szenario eintreten sollte, erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten direkt in Kampfhandlungen gegen die Huthi-Rebellen eingreifen werden – zumindest nicht vor den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November. Einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios zufolge rief der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump zweimal an, um ihn zu einem militärischen Vorgehen gegen die Huthi-Rebellen zu bewegen. Trump lehnte die Forderung jedoch beide Male ab.

Am 12. September 2026 erklärte Präsident Trump während eines Besuchs in Dublin gegenüber Journalisten, dass die Huthi von sich aus Kontakt zur US-Regierung aufgenommen und zugesichert hätten, keine Kämpfe gegen amerikanische Streitkräfte führen zu wollen. Am darauffolgenden Tag bestätigte US-Vizepräsident JD Vance, dass die Vereinigten Staaten nicht nur mit regionalen Verbündeten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), sondern auch mit den Huthi-Rebellen im Gespräch stünden.

Am 13. Oktober (Ortszeit) deutete Präsident Trump jedoch an, dass die Vereinigten Staaten nach den Zwischenwahlen Vergeltungsmaßnahmen gegen die proiranischen Huthi-Rebellen ergreifen könnten, die Angriffe auf Saudi-Arabien durchführten.

Trump äußerte sich dazu auf der sozialen Medienplattform Truth Social und erklärte, die Huthi würden sich „äußerst schlecht verhalten“. Er führte aus: „Wir haben sie vor einem Jahr massiv bombardiert. Als wir die Angriffe auf ihre Bitte hin einstellten, dachte ich, sie hätten ihre Lektion gelernt.“ Anschließend fügte er hinzu: „Sie verhielten sich lange Zeit ruhig, doch jetzt sind sie wieder aufgetaucht und greifen Saudi-Arabien auf äußerst brutale Weise an.“ [18]

Präsident Trump hatte zuvor erklärt, dass er vor den Zwischenwahlen unter keinen Umständen Angriffe auf den Iran durchführen werde. Die New York Times berichtete, dass Trump in den vergangenen Monaten bereits fünfmal Pläne für groß angelegte Militäroperationen gegen den Iran oder die Huthi zurückgewiesen habe. Demnach scheint Trump eine politische Linie eingeschlagen zu haben, die darauf abzielt, eine direkte militärische Intervention der Vereinigten Staaten gegen die Huthi vor den Zwischenwahlen zu vermeiden.

Insgesamt bemüht sich Saudi-Arabien daher mit großer Dringlichkeit um Unterstützung durch Pakistan und die Türkei, mit denen es Verteidigungsabkommen zum Schutz Mekkas geschlossen hat. Auf unmittelbare Hilfe der Vereinigten Staaten kann das Königreich derzeit offenbar nicht zählen, zumal Washington selbst Gespräche mit den Huthi führt.

Aufgrund der komplexen internationalen politischen Lage und der jeweiligen innenpolitischen Verhältnisse in Pakistan und der Türkei erscheint eine schnelle militärische Unterstützung jedoch unwahrscheinlich. Ein Eingreifen dieser beiden Staaten in den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi würde das Ausmaß der Kampfhandlungen erheblich vergrößern. Gegenwärtig wird die Wahrscheinlichkeit einer solchen Intervention allerdings als gering eingeschätzt.

Selbst wenn die Türkei und Pakistan Truppen nach Saudi-Arabien entsenden sollten, dürfte sich deren Einsatz voraussichtlich auf Verteidigungsaufgaben beschränken. Direkte Kampfhandlungen zwischen ihren Streitkräften und den Huthi-Rebellen wären daher eher unwahrscheinlich.

Stattdessen deutet die am 13. Oktober bekundete Bereitschaft Israels, Saudi-Arabien zu unterstützen, darauf hin, dass das künftige Vorgehen Israels zu einem entscheidenden Faktor für die Frage werden könnte, ob sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zu einem Krieg ausweitet, der den gesamten Nahen Osten erfasst.

VI. Fazit

Die vorliegende Untersuchung hat sich mit den Ursachen des Kriegsausbruchs zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien befasst. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zwar auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist, seine unmittelbarste Ursache jedoch im Ausbruch des jemenitischen Bürgerkriegs und der anschließenden militärischen Intervention Saudi-Arabiens gegen die Huthi liegt.

Darüber hinaus wird dargelegt, dass der Jemen im Zuge des Ringens um die regionale Vorherrschaft zwischen Saudi-Arabien, der führenden Macht der sunnitischen Welt, und dem Iran, der führenden Macht der schiitischen Welt, zu einem zentralen Schauplatz ihres Stellvertreterkriegs geworden ist.

In diesem Zusammenhang verfolgten die Huthi mit ihrem militärischen Vorgehen gegen Saudi-Arabien das Ziel, durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Iran ihre regionale Stellung innerhalb der „Achse des Widerstands“ zu stärken und zugleich dazu beizutragen, den iranischen Einfluss auf die Weltwirtschaft auszuweiten.

Insbesondere versuchten die Huthi, die Bedrohung regionaler Energietransportrouten durch einen möglichen Krieg zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits zu ihrem Vorteil zu nutzen. Durch die Einnahme strategisch wichtiger Positionen entlang der Küste des Roten Meeres und an der Meerenge Bab al-Mandab wollten sie zentrale Schifffahrtsrouten Saudi-Arabiens bedrohen oder blockieren. Damit beabsichtigten sie, die globalen Energielieferungen zu beeinträchtigen und jene Rohölexportrouten unter Druck zu setzen oder empfindlich zu treffen, auf die Saudi-Arabien angewiesen ist, um die Straße von Hormus zu umgehen.

Schließlich wurde aufgezeigt, dass der militärische Ausbau der Huthi-Streitkräfte eine entscheidende Rolle bei ihrer Entscheidung spielte, nach dem Ausbruch des Irankriegs im Februar 2026 einen umfassenden Krieg gegen Saudi-Arabien zu beginnen. Der Iran leistete bei diesem militärischen Aufrüstungsprozess erhebliche Unterstützung.

Im Hinblick auf eine mögliche Eskalation des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Saudi-Arabien derzeit mit großer Dringlichkeit um Unterstützung durch seine Partner im gemeinsamen Mekka-Verteidigungsabkommen, Pakistan und die Türkei, bemüht ist. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass kurzfristig kaum mit einer Unterstützung durch die Vereinigten Staaten zu rechnen ist, die gegenwärtig selbst Gespräche mit den Huthi-Rebellen führen.

Obwohl Saudi-Arabien seine Bündnispartner eindringlich um Hilfe ersucht, erscheint eine rasche Reaktion angesichts der komplexen internationalen politischen Lage und der jeweiligen innenpolitischen Verhältnisse in Pakistan und der Türkei unwahrscheinlich.

Eine militärische Intervention dieser beiden Staaten würde das Ausmaß des Konflikts erheblich vergrößern. Gegenwärtig wird die Wahrscheinlichkeit eines solchen Eingreifens jedoch als gering eingeschätzt. Selbst wenn die Türkei und Pakistan Truppen nach Saudi-Arabien entsenden sollten, dürfte sich deren Einsatz voraussichtlich auf Verteidigungsaufgaben beschränken. Direkte Kampfhandlungen zwischen ihren Streitkräften und den Huthi-Rebellen wären daher eher unwahrscheinlich.

Stattdessen deutet die am 13. Oktober bekundete Bereitschaft Israels, Saudi-Arabien zu unterstützen, darauf hin, dass das künftige Vorgehen Israels zu einem entscheidenden Faktor dafür werden könnte, ob sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zu einem Krieg ausweitet, der den gesamten Nahen Osten erfasst.

Referenzen
[1] https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Yemen_offensives [2] Buttu, D. K., Dunne, M. & O'Sullivan, M. E., 2018. The Houthi Movement and the Saudi-Iranian Rivalry. Middle East Policy, 25(2), pp. 32-45. [3] https://thearabweekly.com/houthis-warn-airlines-saudi-airspace-after-deadly-riyadh-airport-strike [4] https://www.middleeasteye.net/news/saudi-arabia-hit-multiple-explosions-after-strikes-yemeni-oil-facility [5] https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-911598 [6] https://tcf.org/content/report/the-axis-of-resistance-returns-to-its-local-roots/ [7] https://www.osmed.it/2026/08/05/dire-straits-the-war-in-iran-and-its-impact-on-mediterranean-security/ [8] https://apnews.com/article/pakistan-saudi-arabia-iran-houthis-turkey-alliance-d994eba97ca5524c82554b79bff5dd17 [9] https://www.radio.gov.pk/25-09-2026/pakistan-saudi-arabia-turkiye-review-progress-towards-establishing-institutional-structures [10] https://www.aa.com.tr/en/turkiye/mecca-defense-alliance-agrees-to-immediately-implement-collective-defense-commitments/4078969 [11] https://www.middleeastmonitor.com/20260911-houthi-official-warns-turkey-and-pakistan-against-intervention-on-saudi-arabias-side/ [12] https://apnews.com/article/pakistan-saudi-arabia-iran-houthis-turkey-alliance-d994eba97ca5524c82554b79bff5dd17 [13] https://www.inss.org.il/social_media/implications-of-the-death-of-saudi-arabias-grand-mufti/ [14] https://www.trtworld.com/article/2098a96cabfd [15] https://www.aljazeera.com/news/2026/10/6/pakistan-turkiye-join-saudi-deterrence-against-houthis-what-that-means [16] https://www.aljazeera.com/news/2026/10/6/pakistan-turkiye-join-saudi-deterrence-againt-houthis-what-that-means [17] https://www.theguardian.com/world/2026/oct/13/saudi-arabia-strikes-strategic-oil-depots-near-yemen-capital [18] https://www.aljazeera.com/news/2026/10/13/trump-says-houthis-trying-to-increase-oil-prices-before-us-elections
First published in: World & New World Journal
World & New World Journal MENA Affairs

World & New World Journal MENA Affairs

WANWJ MENA-Experten

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