Major military weapons of the South Korean defense industry start

Die Hauptwaffen Der Südkoreanischen Verteidigungsindustrie

I. Einführung

 

Die südkoreanische Verteidigungsindustrie hat sich in bemerkenswerter Geschwindigkeit von einer regional begrenzten Produktionsbasis zu einem global relevanten Akteur im Rüstungssektor entwickelt. Getrieben wird dieser Aufstieg durch staatliche Förderung, technologische Innovationen sowie eine zunehmend volatile geopolitische Lage – nicht zuletzt im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

 

Die Exportzahlen unterstreichen diese Dynamik: Zwischen 2011 und 2015 beliefen sich die südkoreanischen Waffenexporte noch auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar; im Zeitraum 2021 bis 2023 stiegen sie auf über 38 Milliarden US-Dollar. Damit tritt Südkorea in direkte Konkurrenz zu etablierten Exportmächten und verschiebt das Kräftefeld des globalen Rüstungsmarktes.

 

Ziel dieses Papiers ist es, Entscheidungsträgern in europäischen wie auch nahöstlichen Staaten die zentralen Systeme der südkoreanischen Verteidigungsindustrie vorzustellen. Die Analyse bildet den Auftakt einer Reihe: Während der Fokus hier auf Europa liegt, widmet sich das zweite Papier den wachsenden Absatzmärkten im Nahen Osten.

 

II. Überblick über die südkoreanische Verteidigungsindustrie

 

Vor gut sieben Jahrzehnten endete der Koreakrieg (1950–1953) in einem fragilen Waffenstillstand, und das Land lag wirtschaftlich und infrastrukturell am Boden. Heute präsentiert sich die Republik Korea als führende Industrienation und Rüstungsexporteur von strategischem Gewicht. Die Produktionslinien südkoreanischer Konzerne liefern modernste Kampfpanzer, hochpräzise Artilleriesysteme und leistungsfähige Mehrzweckkampfflugzeuge, die zunehmend international zum Einsatz kommen.

 

Das Exportvolumen stieg von 2,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf voraussichtlich 23 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Südkoreanische Systeme zeichnen sich durch technologische Leistungsfähigkeit, Kosten-Nutzen-Effizienz und kurze Lieferfristen aus.

 

Südkorea wird regelmäßig unter den zehn größten Waffenexporteuren weltweit gelistet – im Wettbewerb mit den USA, Russland und China. Nach Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) belegte die Republik Korea im Zeitraum 2020–2024 mit einem Marktanteil von 2,2 Prozent Rang zehn. Die strategische Zielmarke der Regierung ist ambitioniert: Mittelfristig will Südkorea in den Kreis der vier größten Rüstungsexporteure weltweit aufsteigen.

 

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Abbildung 1: Waffenexporte Südkoreas

 

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Abbildung 2: Die größten Waffenexporteure der Welt

 

1. Schlüsselakteure der südkoreanischen Verteidigungsindustrie

 

Die internationale Sichtbarkeit der südkoreanischen Rüstungsindustrie zeigt sich in der Defense News Top 100-Liste 2020: Vier nationale Unternehmen gehören zu den weltweit größten Verteidigungsfirmen – Hanwha (Rang 32), Korea Aerospace Industries (KAI) (Rang 55), LIG Nex1 (Rang 68) und Hyundai Rotem (Rang 95).

 

Auftragsvolumina und strategische Treiber

 

Für 2025 wird ein kumulativer Auftragsbestand dieser vier Unternehmen von über 100 Billionen Won (rund 72 Mrd. USD) prognostiziert, ein Indikator für das nachhaltige Exportwachstum. Treiber sind u. a. das Streben europäischer Staaten nach strategischer Autonomie infolge globaler Unsicherheiten, der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Gazastreifen.

 

Bereits im Mai 2025 meldete die Chosun Ilbo einen kombinierten Auftragsbestand von 94,5 Billionen Won, basierend auf Quartalszahlen von Hanwha Aerospace und KAI sowie Abschlussdaten 2024 für LIG Nex1 und Hyundai Rotem. Nach aktuellen Aktualisierungen überschritt die Branche erstmals 103 Billionen Won, was einer Verdopplung gegenüber Ende 2021 entspricht (Chosun Ilbo, 19. August 2025). Experten betonen, dass die vier Unternehmen damit eine solide Auslastung für mindestens vier bis fünf Jahre gesichert haben.

 

Unternehmensspezifische Entwicklungen

 

Hanwha Aerospace: Auftragsbestand von 31,4 Billionen Won im Segment Bodenverteidigung, dominiert von Exporten der K9-Haubitze und des Mehrfachraketensystems Chunmoo. Bereits 65 % des Volumens stammen aus Auslandsgeschäften. Ein Vertragsabschluss mit Vietnam über weitere K9-Systeme im Wert von 1 Billion Won steht unmittelbar bevor.

 

Korea Aerospace Industries (KAI): Zum Ende des ersten Quartals 2025 belief sich der Auftragsbestand auf 24,3 Billionen Won (+32 % gegenüber 2020). Ziel bis Jahresende: 29 Billionen Won. Der Exportanteil stieg von 50 % (2020) auf 63 % (2024). Strategischer Fokus: internationaler Absatz des KF-21-Kampfflugzeugs, insbesondere im Nahen Osten.

 

LIG Nex1: Per Ende 2024 verfügte das Unternehmen über Aufträge im Wert von 20 Billionen Won, mehr als die Hälfte aus internationalen Quellen. Verhandlungen mit Malaysia über den Export des Boden-Luft-Raketensystems Cheongung laufen.

 

Hyundai Rotem: Auftragsbestand 18,8 Billionen Won, zentral: K2-Kampfpanzer. Nach dem ersten Großvertrag mit Polen wird ein zweites Abkommen über rund 820 weitere K2-Einheiten (Volumen: über 8 Billionen Won) final verhandelt.

 

Marktdynamik und geopolitischer Kontext

 

Die Nachfrage nach südkoreanischen Waffensystemen hat seit Beginn des Ukraine-Krieges einen regelrechten Exportboom ausgelöst. Insbesondere osteuropäische Staaten ordern Artilleriesysteme und gepanzerte Fahrzeuge in erheblichem Umfang. Parallel stiegen die Umsätze von Zulieferern teils sprunghaft – ein Hinweis auf die tief in die Wertschöpfungskette hineinreichende Industrialisierung.

 

Angesichts der globalen Konfliktlage gehen Branchenanalysten von einer anhaltenden Blütephase aus. JP Morgan hob im März 2025 die Kursziele für Hanwha Aerospace, Hyundai Rotem, LIG Nex1 und KAI um durchschnittlich 28 % an – deutlich über den inländischen Marktkonsens hinaus. Das Institut taxiert das jährliche Marktvolumen für neue Aufträge im Bereich Landwaffensysteme auf 19 Billionen Won, davon 14 Billionen aus Europa und 5 Billionen aus dem Nahen Osten.

 

Experteneinschätzungen

 

„Waffen koreanischer Provenienz sind zur bevorzugten Wahl osteuropäischer Staaten avanciert, die sich mit akuten sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert sehen“, konstatiert Lee Tae-hwan von Daishin Securities. Besonders die K9-Haubitze und der K2-Panzer gelten als exportstarke Schlüsselplattformen mit weiterem Expansionspotenzial.

 

Aus wissenschaftlicher Perspektive bestätigt Yu Ji-hoon vom Korea Institute for Defense Analyses: „Südkorea ist in bemerkenswerter Geschwindigkeit zu einem global führenden Waffenexporteur gereift – getragen von einer hochmodernen Produktionsbasis, termintreuen Großlieferungen und kampferprobten Plattformen.“

 

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Abbildung 3: Auftragsbestand der 4 größten südkoreanischen Rüstungsunternehmen (Quelle: Chosun Ilbo, 19. August 2025)

 

2. Zentrale Abnehmerstaaten südkoreanischer Waffensysteme

 

Die internationale Nachfrage nach südkoreanischen Rüstungsgütern zeigt sich deutlich in aktuellen Handelsdaten. Nach Angaben der Korea International Trade Association und des Korea Herald avancierte Polen 2024 zum bedeutendsten Importeur. Mit rund 2,51 Mrd. USD – mehr als viermal so viel wie im Vorjahr – markieren Warschau und zwei Großaufträge (212 K9-Haubitzen von Hanwha Aerospace, 134 K2-Kampfpanzern von Hyundai Rotem) eine neue Dimension bilateraler Rüstungskooperation (The Korea Herald, 17. April 2025).

 

Naher Osten als Hauptabnehmerregion

 

Neben Europa spielt der Nahe Osten eine zentrale Rolle im Exportportfolio. Regionale Spannungen – etwa Israel/Hamas und Huthi-Rebellen im Jemen – haben die Nachfrage nach modernen Waffensystemen verstärkt:

 

Saudi-Arabien: 2024 Käufe im Wert von 530 Mio. USD, Rang zwei weltweit

 

Vereinigte Arabische Emirate: 145 Mio. USD, Rang vier

 

Türkei: 113 Mio. USD, Rang fünf

 

Transatlantische Dimension

 

Die USA erreichten 2024 mit 219 Mio. USD den dritten Platz unter den Abnehmerstaaten. Dies zeigt, dass südkoreanische Systeme zunehmend auch innerhalb etablierter NATO-Staaten strategische Bedeutung haben.

 

III. Die wichtigsten militärischen Waffen der südkoreanischen Verteidigungsindustrie

1. Überblick

 

Im Exportportfolio nimmt der K2-Kampfpanzer „Black Panther“ von Hyundai Rotem eine herausragende Stellung ein. Er gilt als modernstes Kampffahrzeug der Republik Korea, entwickelt für Geschwindigkeit, Präzision und Geländeanpassung auf der koreanischen Halbinsel.

 

In den vergangenen Jahren avancierte er zu einem zentralen Exportschlager – insbesondere durch Großaufträge aus Polen. Der Vertrag von 2022: 180 K2-Panzer im Wert von 3,37 Mrd. USD, Auslieferungen wenige Monate später. 2025 folgte ein Abkommen über 180 K2PL-Panzer im Volumen von 6,5 Mrd. USD, teils in polnischer Lizenzproduktion. Perspektivisch sieht das Programm bis zu 1.000 K2-Einheiten vor. Damit ist Südkorea ein wichtiger neuer Verteidigungspartner innerhalb der NATO.

 

Weitere Schlüsselplattformen: K239 Chunmoo Mehrfachraketenwerfer, K9-Haubitze, FA-50-Kampfflugzeug und KP-SAM Chiron (The Korea Herald, 14. August 2025).

 

Globale Vertragsabschlüsse

 

K239 Chunmoo: Bestellungen UAE (2017), Saudi-Arabien (2022)

 

K9-Haubitze: 14. August 2025: Vertrag mit Vietnam über 20 Einheiten (250 Mio. USD); zuvor bereits Türkei und Ägypten

 

FA-50-Kampfflugzeuge: Irak 2013: 24 T-50IQ inklusive Ausbildungs-/Wartungspakete, Auslieferung ab 2017; Philippinen 2014: 12 FA-50, 421 Mio. USD, ausgeliefert bis Mai 2017

 

KP-SAM Chiron: Einsatz in Indonesien seit 2014, teils gekoppelt mit 35-mm-Oerlikon-Skyshield; 2019 zwei weitere Einheiten; Juni 2024: 54 Systeme an Rumänien

 

2. Südkoreas wichtigste Exportsysteme nach Europa

 

Dieser Bericht eröffnet eine Serie zur südkoreanischen Rüstungsindustrie und konzentriert sich auf die Exporte nach Europa. Wie Tabelle 1 verdeutlicht, zählen im Zeitraum 2022–2024 insbesondere folgende Systeme zu den nachgefragtesten Gütern in europäischen Staaten wie Polen, Rumänien und der Türkei:

 

• K2-Kampfpanzer

• K9-Panzerhaubitze

• K239 Chunmoo-Mehrfachraketensystem

• FA-50-Kampfflugzeug

• KP-SAM Chiron

 

Tabelle 1: Wichtige Rüstungsexportverträge, 2022-2024

 

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(Quelle: Issues & Insights on Economy, Technology, and Security, no. 011 (25-06) 4. Juni, 2025, S. 2)

 

1. K 2 Black Panther (K 2 Panzer)

 

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Abbildung 4: K2 Black Panther (Quelle: Wikipedia)

 

Der K2 „Black Panther“ — technische Merkmale und operative Vorzüge

 

Der K2 Black Panther (K-2, 흑표) ist ein Kampfpanzer der vierten Generation von Hyundai Rotem und Flaggschiff der südkoreanischen Panzerfertigung. Das Fahrzeug integriert moderne Subsysteme zur Feuerleitung, Zielerfassung und Selbstschutzfunktionen: fortgeschrittenes Feuerleitsystem, Laserentfernungsmesser, Millimeterwellen-Radar (auch als Raketenanflug-Warnsensor nutzbar), Seitenwind Sensorik sowie hochauflösende Wärmebildoptik mit Zielverfolgung bis 9,8 km. Ergänzt wird dies durch ein aktives Soft-Kill-System (Rauchgranaten/Maskierungsmaßnahmen) zur Stör- und Täuschungsabwehr.

 

Hervorzuheben ist der Autoloader, der die Besatzung auf drei Mann reduziert, die Feuerrate erhöht, Verbrauchs- und Wartungskosten senkt und den K2 von klassischen, manuell beladenen westlichen Systemen abhebt. Der K2 beherrscht zudem den indirekten Feuerkampf, was ihm taktische Flexibilität gegenüber vielen westlichen Vergleichsmodellen verschafft. [1]

 

Die Serienfertigung startete 2008, die Serienproduktion wurde 2013 etabliert; die ersten Einheiten traten im Juli 2014 in den Dienst der südkoreanischen Streitkräfte. [2]

 

Potenzielle Betreiber neben den bereits exportierenden Staaten Türkei und Polen umfassen Armenien, Ägypten, Marokko, Peru, Rumänien und die Slowakei.

 

a) Türkei — Technologiepartnerschaft und Industrietransfer

 

Die bilaterale Kooperation Südkoreas mit der Türkei begann 2007 mit einem Abkommen zur Unterstützung des türkischen Altay-Panzerprojekts (ca. 540 Mio. USD). Hyundai Rotem und Otokar unterzeichneten am 29. Juli 2008 ein Kooperationspaket mit Technologietransfer für Systemintegration, kritische Konstruktionselemente und Fertigungskompetenzen. Südkoreanische Beiträge umfassten die 120-mm-55-Kaliber Glattrohrkanone (Hyundai WIA), ballistische Schutzlösungen (Poongsan) und moderne Panzerungsmaterialien (Samyang Comtech), wodurch die industrielle Basis für die türkische Serienentwicklung des Altay gelegt wurde. [3]

 

Die Kooperation beinhaltete auch die Etablierung von Produktionslinien und lokale Fertigungskompetenzen: Hyundai Rotem unterstützte Systementwicklung und Produktionsaufbau, während MKEK und Roketsan in Schlüsselbereichen (Antriebsstrang, Panzerpakete) Technologie und Produktionswissen erhielten. Die Prototypen PV1/PV2 wurden 2015 fertiggestellt; das Altay-Programm schloss 2016 formal ab. [4]

 

Um Produktionsengpässe zu beheben, beschloss der türkische Prime-Contractor BMC am 10. März 2021, Antriebsaggregate aus Südkorea zu beziehen. Die südkoreanische DAPA genehmigte am 22. Oktober 2021 die Ausfuhr von DV27K-Motoren (HD Hyundai Infracore) und EST15K-Getrieben (SNT Dynamics). Nach erfolgreicher Dauererprobung im August 2022 wurden die ersten Altay-Chargen damit bestückt; die Massenproduktion begann offiziell am 5. September 2025. [5]

 

b) Polen — Lizenzproduktion, Großauftrag und Industriekooperation

 

Polen verhandelte seit Januar 2020 über die Lizenzfertigung des K2. Die Kooperation mündete in mehreren Vereinbarungen: Am 13. Juni 2022 signalisierten polnische Behörden den Erwerb von mindestens 180 K2; am 27. Juli 2022 vereinbarten PGZ und Hyundai Rotem einen Rahmenvertrag zur Lieferung von 180 K2 sowie 820 K2PL mit Technologietransfer und schneller Erstlieferung. 180 Fahrzeuge sollen in Südkorea produziert und ab 2022 geliefert werden, 820 K2PL ab 2026 in polnischer Lizenzfertigung. [6]

 

Der erste Ausführungsvertrag über 3,37 Mrd. USD wurde am 26. August 2022 in Morąg unterzeichnet und umfasst Koordinations- und Ausbildungsprogramme, reaktive Panzerungslösungen sowie umfangreiche Munitionspakete. Polnische Soldaten der 16. mechanisierten Division durchliefen im Oktober 2022 Ausbildungsprogramme in Südkorea. Die Lieferung der 180 K2 erfolgt 2022–2025 für die 20., 15. mechanisierte Brigade und die 9. Gepanzerte Kavalleriebrigade. [7]

 

Parallel vereinbarten PGZ und Hyundai Rotem am 7. September 2022 die Entwicklung und gemeinsame Produktion von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und unbemannten Bodensystemen sowie den Aufbau von Produktions- und Wartungsinfrastruktur in Polen. Am 5. Dezember 2022 trafen die ersten zehn K2 in Polen ein und wurden am 9. Dezember 2022 in die 20. mechanisierte Brigade integriert. Am 31. März 2023 wurde die Gründung eines Konsortiums zur Produktion des K2PL in Posen vertraglich fixiert.

 

Die K9 „Thunder“ – Rückgrat moderner Artilleriesysteme

 

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Abbildung 5: K9 Thunder (Quelle: Wikipedia)

 

K9 Thunder — technische Merkmale und globale Bedeutung

 

Die K9 Thunder ist eine 155-mm-Panzerhaubitze mit Eigenantrieb, entwickelt von der Agency for Defense Development (ADD) in Kooperation mit südkoreanischen Industriepartnern wie Samsung Aerospace Industries, Dongmyeong Heavy Industries, Kia Heavy Industry und Poongsan Corporation. Heute wird sie von Hanwha Aerospace gefertigt und bildet in Kombination mit dem automatisierten Munitionsnachschubfahrzeug K10 eine hochintegrierte Gefechtseinheit. [8]

 

Die südkoreanischen Streitkräfte haben ihre Flotte auf die modernisierte Version K9A1 umgerüstet; die weiterentwickelte K9A2 befindet sich in Evaluierung für die Serienproduktion. Bemerkenswert: 2022 beanspruchte die K9-Familie 52 % des globalen Markts für Panzerhaubitzen. [9]

 

International gilt die K9 als Referenzsystem ihrer Kategorie. Gegenüber der US-amerikanischen M109A6 Paladin und der britischen AS90 bietet sie eine ausgewogene Kombination aus Reichweite, Mobilität und Feuerkraft. Chinesische Modelle wie die PLZ-05 zeigen Defizite in Rückstoß- und Federungsdämpfung; die Leistungsfähigkeit der russischen 2S35 Koalizija-SV ist noch nicht valide nachgewiesen. Im Vergleich zur deutschen PzH2000, die in Automatisierung und Schussfolge führend ist, erweist sich die K9 als kosteneffiziente Alternative mit modularer Integration des K10-Nachschubsystems. [10]

 

Diese Eigenschaften machten die K9 zu einem der erfolgreichsten südkoreanischen Rüstungsexportsysteme. Zwischen 2001 und 2024 wurde sie von Staaten wie Türkei, Indien, Norwegen, Polen, Finnland, Estland, Australien, Ägypten und Rumänien beschafft.

 

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(Quelle: Hanwha Aerospace)

 

a) Türkei — Implementierung und Technologiepartnerschaft des K9 Thunder

 

Bereits im Mai 1999 initiierte das südkoreanische Verteidigungsministerium eine Präsentation des K9 Thunder in der Türkei, um eine Kooperation zu sondieren. Anfangs kam es nicht zu einem Vertrag, da die Türkei die Produktion der deutschen PzH2000 plante. Nach Einstellung dieses Projekts unterzeichneten Südkorea und die Türkei am 18. November 1999 eine Absichtserklärung zur Intensivierung der militärischen Zusammenarbeit. [11]

 

Am 12. Dezember 1999 inspizierte ein türkisches Delegationsteam den K9 in Südkorea. Daraufhin entschied die Türkei, den K9 in Lizenz zu fertigen. Ein technisches Assessment-Team der Agency for Defense Development und Samsung evaluierte ab 19. Februar 2000 türkische Fertigungsstätten wie die Turkish 1010th Army Factory, MKEK und Aselsan. [12]

 

Am 4. Mai 2000 wurde eine Absichtserklärung für die Lieferung von 350 K9-Systemen bis 2011 unterzeichnet. Der erste Prototyp, montiert am 30. Dezember 2000, erhielt den Namen Fırtına (Sturm). Wintererprobungen in Sarıkamış (Januar–Februar 2001) bestätigten die Einsatzfähigkeit in verschneitem Berggelände.

 

Der formelle Vertrag zwischen Samsung Techwin (ehemals Samsung Aerospace Industries) und der türkischen Botschaft in Seoul folgte am 20. Juli 2001. Südkorea gewährte kostenlosen Technologietransfer der Agency for Defense Development, die Türkei beschaffte bis 2011 350 Fahrzeuge (280 für Landstreitkräfte, 70 für potenzielle Exportkunden) im Wert von rund 1 Mrd. USD. Die ersten 24 T-155 Fırtına nutzten koreanische Subsysteme im Wert von 65 Mio. USD. [13]

 

In der Folge erhielt Hanwha Defense aus der Türkei über 600 Mio. USD, was unter den ursprünglichen Erwartungen lag – bedingt durch geringere Fertigungsmenge und sukzessive Lokalisierung durch türkische Eigenentwicklung.

 

b) Indien — Lizenzfertigung und strategische Kooperation

 

Am 25. März 2012 unterzeichneten Südkoreas Präsident Lee Myung-bak und Indiens Premierminister Manmohan Singh ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Stärkung wirtschaftlicher und militärischer Beziehungen. Kurz darauf kündigten Samsung Techwin und Larsen & Toubro auf der DEFEXPO die Lizenzfertigung des K9 Thunder in Indien an. Der Technologietransfer umfasst kritische Kernkomponenten; 50 % der Systeminhalte werden lokal gefertigt, darunter Feuerleitsystem (FCS) und Kommunikationsmodule. [14]

 

Die indische Erprobung unterstrich die technische Überlegenheit des K9: Zwei Einheiten absolvierten Schieß- und Mobilitätstests in der Thar-Wüste gegen die russische 2S19 Msta-S. Weitere Tests erfolgten in Pune, Chennai und Bengaluru (bis März 2014). Der K9 erfüllte alle definierten ROC, während die 2S19 unter extremen klimatischen Bedingungen versagte. Die automatische Leistungssteuerung des K9 optimierte den Motoroutput je nach Einsatzbedingungen, ein entscheidender Vorteil gegenüber der 2S19. [15]

 

Auf Grundlage dieser Erprobungen wurde Hanwha Techwin zusammen mit Larsen & Toubro im September 2015 als bevorzugter Anbieter für 100 K9 Vajra-T bestimmt. Am 6. Juli 2016 stimmte Indien dem Kauf über 750 Mio. USD zu; am 29. März 2017 erfolgte die Budgetfreigabe über 646 Mio. USD. Der formelle Vertrag über 310 Mio. USD wurde am 21. April 2017 in Neu-Delhi unterzeichnet: Hanwha Techwin liefert die ersten 10 K9, 90 weitere werden lokal produziert. [16]

 

Parallel entwickelten die Partner ab Mai 2021 ein leichtes K9-basiertes Gefechtsfahrzeug (105- oder 120-mm-Kanone), um auf den chinesischen Typ 15 Panzer zu reagieren.

 

Weitere Bestellungen: 40 zusätzliche K9 Vajra-T nach erfolgreichen Höhenversuchen in Ladakh ab 2021; mögliche Nachbestellung von 200 Einheiten (ca. 1,2 Mrd. USD) laut 2022-Bericht, abhängig von Hochgebirgsperformance. [18]

 

Im Mai 2024 genehmigte die Regierung 100 weitere Einheiten; der Kabinettsausschuss für Sicherheit bestätigte den Kauf am 12. Dezember 2024. Der Vertrag über 7.628,7 Mio. ₹ (900 Mio. USD) wurde am 20. Dezember 2024 mit Larsen & Toubro abgeschlossen. Die Lieferung soll bis Ende 2025 erfolgen, unterstützt durch einen weiteren 253 Mio. USD-Vertrag am 3. April 2025 zur Produktionsabwicklung zwischen Larsen & Toubro und Hanwha Aerospace. [19][20]

 

c) Norwegen — Anpassung an extreme Winterbedingungen

 

Im Mai 2015 beteiligte sich Samsung Techwin am norwegischen Artillerie-Aufrüstungsprogramm zur Ablösung der M109G. Im Wettbewerb mit KMW PzH2000, Nexter CAESAR 6×6 und RUAG M109 KAWEST wurde ein einziger K9 nach Norwegen entsandt und zwischen November 2015 und Januar 2016 unter extremen klimatischen Bedingungen getestet. Während des Wintertests im Januar manövrierte der K9 problemlos durch meterdicke Schneedecken und feuerte präzise, während Konkurrenzfahrzeuge unter Motorproblemen oder Bauteilausfällen litten. [21]

 

Eine praxisbewährte Lösung war die Übernachtkonservierung der Motorwärme durch einfache Abdeckung mit einer Plane.

 

Im Dezember 2017 unterzeichneten Hanwha Land Systems und das norwegische Verteidigungsministerium einen Vertrag über 230 Mio. USD: 24 K9 Thunder und 6 K10 ARV. Die norwegische Konfiguration, basierend auf der K9A1, erhielt die Bezeichnung K9 VIDAR. Im November 2022 folgte der Kauf von 4 K9 und 8 K10, wodurch sich die Gesamtflotte auf 28 K9 und 14 K10 (Verhältnis 2:1) erhöhte. Die Lieferung sollte innerhalb von zwei Jahren erfolgen. [22][23]

 

Im April 2025 kündigte Norwegen die Beschaffung von 24 weiteren K9 im Wert von rund 534 Mio. USD an, um die Artillerieflotte nahezu zu verdoppeln. [24]

 

d) Polen — K9PL und AHS Krab

 

i) AHS Krab

 

Nach dem NATO-Beitritt 1999 initiierte Polen das Regina-Projekt zur Ablösung der 152-mm-Schützenpanzer durch moderne 155-mm-Systeme. Im Dezember 2014 unterzeichneten Samsung Techwin und Huta Stalowa Wola einen Kooperationsvertrag über 120 modifizierte K9-Fahrgestelle für die AHS Krab (310 Mio. USD) inklusive Technologietransfer und Antriebsaggregaten. Produktion 2015–2022: 24 Einheiten in Südkorea, 96 in Polen. Erstes Fahrgestell am 26. Juni 2015 geliefert; bis Oktober 2016 alle südkoreanischen Einheiten in Polen. [25]

 

Ende Mai 2022 lieferte Polen 18 AHS-Krab-Haubitzen in die Ukraine. Am 7. Juni 2022 unterzeichneten Polen und Ukraine einen Vertrag über 54 weitere Einheiten inkl. Unterstützungsfahrzeugen (700 Mio. USD). [26]

 

Am 5. September 2022 bestellte Polen weitere 48 Krabs für 3,8 Mrd. Zloty (797 Mio. USD). Ein umfassender Vertrag über 96 Krabs, Führungs- und Stabsfahrzeuge, Munitionsfahrzeuge und Reparaturwerkstätten (9 Mrd. PLN) wurde am 23. Dezember 2024 unterzeichnet, Lieferziel Ende 2029. [27]

 

Im April 2025 vereinbarte Huta Stalowa Wola einen Vertrag über ₩402,6 Mrd. mit Hanwha Aerospace zur Lieferung von Komponenten für 87 AHS Krabs zwischen 2026–2028.

 

ii) K9PL

 

Am 27. Juli 2022 schlossen PGZ und Hanwha Defense einen Rahmenvertrag über 672 K9PL, mit Optionen zur Integration der Unterstützungsfahrzeuge K10 ARV und K11 FDCV; Lieferungen sollen bis 2026 abgeschlossen sein. [28]

 

Am 26. August 2022 wurde Batch I über 212 K9PL (2,4 Mrd. USD) unterzeichnet; Lieferung aller Fahrzeuge bis 30. September 2026. Technologietransfer und lokale Fertigung für Batch II vorgesehen. Am 7. September 2022 ergänzte ein Vertrag über 139,5 Mio. USD die Integration polnischer Kommunikationssysteme. [29]

 

Die ersten 24 K9PL(GF) wurden am 19. Oktober 2022 ausgeliefert; Zeremonie am 6. Dezember 2022. Der Bau der nächsten K9PL begann Juli 2023.

 

Am 1. Dezember 2023 unterzeichneten Polen und Hanwha Aerospace einen Vertrag über 2,6 Mrd. USD: 6 K9PL (Los I) bis 2025 und 146 K9PL (Los II) zwischen 2026–2027, inkl. Koordinierungsunterstützung für Haubitzen und 155-mm-Munition. [30]

 

Am 4. April 2024 eröffnete Hanwha Aerospace ein europäisches Büro in Warschau und kündigte die Integration der Haubitzsysteme K9 und Krab mit Huta Stalowa Wola an, um Betriebs- und Wartungseffizienz zu steigern.

e. Finnland – K9 FIN (Moukari)

 

Am 1. Juni 2016 unterzeichneten Südkorea und Finnland auf der Industriemesse KDEC (Korea Defense Equipment & Component) eine Absichtserklärung über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, einschließlich des Exports gebrauchter K9-Haubitzen. Im Juli 2016 bestätigte das finnische Verteidigungsministerium den Erwerb einer ungenannten Anzahl gebrauchter K9 aus Südkorea. Im September 2016 erfolgten umfangreiche Erprobungen in Finnland, während der finnische Armeebefehlshaber Seppo Toivonen Südkorea besuchte, um die im Einsatz befindlichen Einheiten während der DX Korea 2016 zu inspizieren.

 

Am 25. November 2016 wurde eine Absichtserklärung über die Lieferung von 48 gebrauchten K9 im Wert von 200 Mio. USD unterzeichnet, inklusive eines kostenlosen Technologietransfers im gleichen Umfang für die Fahrzeugwartung. [31]

 

Die endgültige Vereinbarung trat am 2. März 2017 in Kraft, mit einem Vertragswert von 145 Mio. EUR (160 Mio. USD) und einer Beschaffungsphase über sieben Jahre ab 2018; die Ausbildung finnischer Wehrpflichtiger begann 2019. [32]

 

Zur Flottenverstärkung genehmigte das finnische Verteidigungsministerium am 21. Oktober 2021 den Kauf von 10 neuen Fahrzeugen (inklusive Ersatzteilen) für 30 Mio. EUR, wodurch die Flottengröße auf 58 K9 anwuchs. [33]

 

Am 18. November 2022 wurde der Erwerb von weiteren 38 Gebrauchtfahrzeugen für 134 Mio. EUR genehmigt. Die finnische Armee bezeichnet die K9 offiziell als 155 PSH K9 FIN, umgangssprachlich Moukari („Schlittenhammer“).

 

Zur Modernisierung der Flotte unterzeichnete das finnische Unternehmen Millog am 4. März 2024 einen Vertrag über die Aufrüstung der 48 in 2021–2022 erworbenen Fahrzeuge für 8,1 Mio. EUR; die Arbeiten sollen bis 2030 abgeschlossen sein. [34]

 

f. Estland – K9EST (Kõu)

 

Um Beschaffungskosten zu optimieren, beteiligte Finnland Estland an der gemeinsamen Anschaffung der K9-Haubitzen. Im Februar 2017 reisten estnische Militärbeamte nach Südkorea zu Preis- und Lieferverhandlungen.

 

Im Juni 2018 bestätigte Rauno Sirk, Direktor der estnischen militärischen Beschaffungsbehörde, den Kauf von 12 gebrauchten K9 durch Estland für 46 Mio. EUR, inklusive Wartung, Ersatzteilen und Ausbildung analog zum finnischen Vertrag. Im Oktober 2019 aktivierte Estland die Option auf 6 zusätzliche K9 für weitere 20 Mio. EUR. [35]

 

Die Modernisierung der K9EST wurde im August 2021 über einen 4,6-Mio.-EUR-Vertrag zwischen dem estnischen Zentrum für Verteidigungsinvestitionen (RKIK), Hanwha Defense und Go Craft initiiert. Die Upgrades umfassten Kommunikationssysteme, Feuerleitsysteme (FCS), Lackierung, Feuerlöschsysteme und Elektronik. Gleichzeitig signalisierte Estland den Erwerb von weiteren sechs K9EST für seine Flotte. [36]

 

Bis September 2022 hatte Estland 24 Fahrzeuge übernommen. Im Oktober 2022 kündigte der Verteidigungsminister die Beschaffung von 12 weiteren K9 an, wodurch die Flottengröße auf 36 Einheiten anwuchs. Im November 2022 eröffnete Go Craft die erste private Militärwerkstatt Estlands, zuständig für die Umrüstung der K9. Im Januar 2023 bestellte Estland weitere 12 Fahrzeuge für 36 Mio. EUR, deren Lieferung bis 2026 vorgesehen ist. Die erste modernisierte K9EST von Go Craft wurde im Februar 2023 ausgeliefert. [37]

 

g. Australien – AS9 Huntsman und AS10 AARV

 

Im August 2009 erhielt das Konsortium aus Samsung Techwin und Raytheon Australia den Zuschlag für das australische Artillerie-Ersatzprogramm Land 17, nachdem KMW für die Panzerhaubitze 2000 kein vollständiges Angebot vorgelegt hatte. [38]

 

Ab April 2010 evaluierte Australien die K9-Haubitze, einschließlich der Fähigkeit, M982 Excalibur-Munition abzufeuern, eine Anforderung, die die K9 erfolgreich erfüllte. Im Juni 2010 wurde die K9 zum bevorzugten Bieter für Land 17 erklärt, jedoch verzögerte sich das Programm.

 

Im Mai 2019 kündigte Premierminister Scott Morrison die geplante Beschaffung von 30 K9-Haubitzen samt zugehöriger Ausrüstung, darunter 10 K10 Munitionsnachschubfahrzeuge, für die australischen Streitkräfte an. [39]

 

Im September 2020 startete die australische Verteidigungsministerin Linda Reynolds die Ausschreibung für den Bau der 30 K9 unter dem Projekt Land 8116 Phase 1 Protected Mobility Fires. Die Lieferung und Wartung wurde an Hanwha Defense Australia vergeben, mit Produktion in Geelong. Die australische Variante erhielt die Bezeichnung AS9 Huntsman, basierend auf der norwegischen K9 VIDAR-Konfiguration, ergänzt durch 15 AS10 AARV [40].

 

Im Dezember 2021 unterzeichneten die Capability Acquisition and Sustainment Group (CASG) und Hanwha Defense Australia einen formellen Vertrag über die Lizenzproduktion der 30 AS9 und 15 AS10 im Werk in Geelong. Der Vertragswert beträgt 788 Mio. USD, die Produktion sollte im vierten Quartal 2024 starten. [41]

 

Die Produktion begann bereits im Juni 2023, gefolgt von Munitionstests im Juli in Südkorea. Im August 2023 wurde Epsilor für die Lieferung von 6T-Li-Ionen-Batterien nach NATO-Standard für die Haubitze ausgewählt. [42]

 

Am 28. März 2024 begann Hanwha Aerospace in Changwon mit der Montage von zwei AS9 und einer AS10. Die restlichen 28 AS9 und 14 AS10 werden bei H-ACE in Australien gefertigt. Eine feierliche Eröffnung des Werks fand am 23. August 2024 statt; die Massenproduktion soll 2024 beginnen und alle Fahrzeuge bis 2027 ausgeliefert werden. [43]

 

Im Dezember 2024 wurden die ersten zwei AS9 und ein AS10 an Hanwha Defense Australia geliefert, und das australische Militär erhielt sie Januar 2025.

 

h. Ägypten – K9A1EGY und K10EGY

 

Die K9 Thunder wurde erstmals 2010 vom ägyptischen Militär als Ersatz für die alternde Artillerie evaluiert. Aufgrund der regionalen Instabilität während des Arabischen Frühlings verschob Ägypten das Ersatzprojekt auf unbestimmte Zeit. [44]

 

Im April 2017 nahm Hanwha Techwin erneut Kontakt mit Ägypten auf. Eine K9-Haubitze wurde nach Ägypten verschifft und im August 2017 auf einem Testgelände westlich von Kairo erfolgreich erprobt. Sie konkurrierte gegen die französische CAESAR, die russische 2S35 Koalitsiya-SV und die chinesische PLZ-45. Die K9 traf ein Zielschiff und demonstrierte erfolgreich eine Anti-Access/Area Denial-Simulation für die ägyptische Marine. [44]

 

Im Oktober 2021 führten Südkorea und Ägypten Verhandlungen über den Verkauf der K9 Thunder im Wert von rund 2 Mrd. USD, inklusive Ausbildung von Technikern. [45] Im Februar 2022 bestätigte die südkoreanische Defense Acquisition Program Administration (DAPA) den Exportvertrag über 1,6 Mrd. USD. Geplant waren 200 K9A1EGY und 100 K10EGY, inklusive Technologietransfer und teilweiser Fertigung in Ägypten. Eine unbekannte Anzahl der ersten Fahrzeuge wurde in Südkorea hergestellt und an die ägyptische Armee und Marine geliefert. [46]

 

Die Produktion des ersten K9A1EGY war für das vierte Quartal 2022 vorgesehen. Am 25. Oktober 2023 präsentierte die ägyptische Armee den K9A1EGY offiziell bei einer Militärparade der 4. gepanzerten Division. Bis 1. Juli 2024 betrug die Exportmenge 216 K9A1EGY, 39 K10 und 51 K11, inklusive Testfahrzeuge mit SMV1000-PS-Motoren aus koreanischer Produktion. [47]

 

Am 5. Oktober 2024 gab das ägyptische Ministerium für Militärproduktion die lokale Fertigung des SMV1000-Motors durch die Helwan Casting Company (Military Factory 9) bekannt. Hanwha Aerospace unterstützt den Technologietransfer sowie den Aufbau von Produktionslinien. Das Militärwerk 200 fungiert als Hauptproduzent, während Militärwerk 100 Kanone CN98 und Panzerstahl herstellt. Ägypten plant, als regionales Exportzentrum für K9-Systeme in Afrika und arabische Länder zu fungieren, und führt derzeit Verhandlungen mit weiteren Staaten. [48]

 

i. Rumänien – K9 Tunet und K10

 

Rumänien bekundete seit September 2022 Interesse an der südkoreanischen K9 Thunder, dem K2 Black Panther, dem Mehrfachraketenwerfer K239 Chunmoo und dem Schützenpanzer K21. [49] Im Juli 2023 war die Planung der Anschaffung von 54 K9 Thunder (3 Systeme à 18 Fahrzeuge) im Gespräch.

 

Am 19. Juni 2024 bestätigte Rumänien den Kauf von 54 K9 Thunder im Wert von 1,3 Billionen ₩ (920 Mio. USD). Die rumänische Version wird als K9 Tunet bezeichnet. Die ersten 18 Fahrzeuge werden vollständig im Werk Changwon in Südkorea gefertigt, während die restlichen Fahrzeuge in Rumänien montiert werden.

 

Am 9. Juli 2024 unterzeichnete Hanwha Aerospace einen Vertrag mit dem rumänischen Verteidigungsministerium über 54 K9 und 36 K10, inklusive Munition und Unterstützungsausrüstungspaketen. Die Auslieferung erfolgt ab 2027 in Zusammenarbeit mit einem lokalen rumänischen Verteidigungsunternehmen, während die ersten 18 K9 und 12 K10 aus Südkorea geliefert werden. [50]

 

j. Vietnam – K9 Thunder

 

Die K9-Verhandlungen mit Vietnam begannen im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Südkorea und Vietnam im Jahr 2022, während eines Besuchs von Präsident Nguyễn Xuân Phúc in Südkorea.

 

Im März 2023 besuchte eine vietnamesische Militärdelegation unter Leitung von General Phan Văn Giang die K9-Einheiten der südkoreanischen Armee und führte Gespräche mit Hanwha Aerospace über eine mögliche Beschaffung. [51]

 

Im April 2024 legte das vietnamesische Verteidigungsministerium seinen offiziellen Beschaffungsplan vor, wobei eine Anzahl von 108 K9 Thunder als Ziel genannt wurde. Der Kauf wurde am 11. August 2024 während des Besuchs von Vietnams Premierminister Tô Lâm in Südkorea offiziell bestätigt.

 

3. K239 Chunmoo – Südkoreas modernes Mehrfachraketenartilleriesystem

 

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Das K239 Chunmoo ist ein selbstfahrendes Mehrfachraketenstartsystem (MLRS), das 2013 entwickelt wurde, um das veraltete K136 Kooryong der südkoreanischen Armee zu ersetzen. Es kann verschiedene gelenkte und ungelenkte Artillerieraketen abfeuern und ist für präzise, schnelle und flexible Angriffe ausgelegt.

 

Die Reichweite der K239 beträgt bis zu 80 km, wodurch sie nordkoreanische Küstenartilleriestellungen nahe der Demarkationslinie sowie Ziele im Gebiet von Wonsan erreichen kann. Das System ist in der Lage, 12 Raketen pro Minute abzufeuern und 12 verschiedene Ziele gleichzeitig zu treffen. [52]

 

Im Vergleich zum US-amerikanischen HIMARS bietet die Chunmoo eine höhere Munitionskapazität:

 

• 230-mm-Lenkraketen: bis zu 12 Raketen pro Fahrzeug, einzeln oder in Salven

• 130-mm-Pod-Munition: 20 Schuss pro Pod, insgesamt 40 Schuss gleichzeitig

• 227-mm-MLRS-Munition: kompatibel mit US-amerikanischen Standardmunitionen

 

Das fahrbare Chunmoo-System auf Rädern erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, verfügt über schnelle Reaktionszeiten (erster Schuss innerhalb von sieben Minuten nach Erreichen des Abschusspunktes) und bietet Besatzungsschutz.

 

Die Vielseitigkeit des Systems zeigt sich in der Fähigkeit, verschiedene Raketen zu tragen:

 

• 130-mm-Raketen: 36 pro Hülse

• 227-mm-Raketen: 6 pro Hülse, zwei Hülsen pro System

• 230-mm-Raketen: 6 pro Hülse, zwei Hülsen pro System

 

Die Reichweiten variieren je nach Raketenart: ungelenkte 227-mm-Raketen erreichen bis zu 80 km, gelenkte Varianten bis zu 160 km, was eine strategische Zielerreichung auf nordkoreanischem Gebiet erlaubt. [53]

 

Die K239 Chunmoo wurde bisher nach Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Polen exportiert und hat sich als flexibles, leistungsstarkes MLRS für internationale Kunden etabliert.

 

K239 Chunmoo – Exporte nach Ländern

 

a. Vereinigte Arabische Emirate (UAE)

 

Im Jahr 2017 gab Hanwha Defense auf der ADEX in Seoul bekannt, dass ein Geheimhaltungsvertrag über den Export der K239 Chunmoo in ein Land im Nahen Osten unterzeichnet wurde. Später wurde bestätigt, dass die VAE den Vertrag abgeschlossen hatten, der 12 K239 Chunmoo-Systeme, 12 K239T Munitionsnachschubfahrzeuge, GPS-gesteuerte Raketen und Munition umfasst. Die Lieferung erfolgte im Februar 2021. [54]

 

b. Saudi-Arabien

 

Am 9. März 2022 unterzeichnete Hanwha Defense auf der World Defense Show in Riad einen Rüstungsexportvertrag im Wert von 1 Billion Won (ca. 800 Mio. USD) mit dem saudi-arabischen Verteidigungsministerium. Details zum Umfang der Lieferung wurden nicht veröffentlicht. Bis zum 31. März 2023 war bestätigt, dass eine unbekannte Anzahl von Chunmoo-Systemen bei den königlich-saudischen Landstreitkräften im Einsatz war. Wie bei den VAE wurde ein Geheimhaltungsvertrag angenommen. [55]

 

c. Polen

 

Am 27. August 2022 kündigte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak Verhandlungen über den Erwerb des südkoreanischen Raketenartilleriesystems an. Am 13. Oktober 2022 bestätigte die polnische Rüstungsagentur (PGZ) den Abschluss der Verhandlungen über 300 K239 Chunmoo-Systeme, und der Rahmenvertrag wurde am 17. Oktober 2022 unterzeichnet.

 

Polen hatte ursprünglich 500 US-amerikanische HIMARS beschaffen wollen, konnte den Auftrag aber nicht in zufriedenstellender Zeit erfüllen. Daher wurde beschlossen, die HIMARS-Beschaffung zu reduzieren und die Chunmoo zu ergänzen.

 

Am 19. Oktober 2022 unterzeichnete Polen einen Liefervertrag über 288 Chunmoo-MLRS, montiert auf Jelcz 8×8-Fahrgestellen, ausgestattet mit dem polnischen TOPAZ Integrated Combat Management System und 23.000 Raketen mit Reichweiten von 80 km bis 290 km. [56]

 

Der erste polnische Homar-K (lokale Version der Chunmoo) wurde am 20. August 2023 nach Abschluss der Systemintegration und Tests in Südkorea bei der 18. mechanisierten Division der polnischen Landstreitkräfte in Polen eingesetzt. [57]

 

4. FA-50 – Leichtes Kampfflugzeug

 

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Abbildung 7: FA-50 (Quelle: Wikipedia)

 

Die FA-50, entwickelt von Korea Aerospace Industries (KAI) für die südkoreanischen Luftstreitkräfte (ROKAF), repräsentiert eine hochmoderne, leichte Kampfvariante des T-50 Golden Eagle – einem Überschalltrainer, der zugleich als wendiges Angriffsflugzeug fungiert. Dieses Flugzeug verbindet Agilität mit vielseitiger Feuerkraft und ist darauf ausgelegt, in komplexen Gefechtsszenarien unterschiedlichste Bedrohungen zu neutralisieren.

 

Mit einer maximalen Nutzlast von bis zu 4,5 Tonnen kann die FA-50 eine breite Palette an Präzisions- und konventionellen Waffen tragen, darunter AIM-9 Sidewinder Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen, AGM-65 Maverick Luft-Boden-Raketen, GBU-38/B JDAM, CBU-105 Sensor Fused Weapons, Mk-82 LDGP-Bomben sowie Cluster Bomb Units.[58] Ergänzend verfügt das Flugzeug über eine interne, dreiläufige 20-mm-Gatlingkanone und einen 2,75-Zoll-Raketenwerfer LAU-3/A mit 19 Rohren für Folding-Fin Aerial Rockets (FFAR), wodurch es sowohl gegen Boden- als auch Luftziele effektiv operieren kann.[59]

 

Die Zielerfassung und Präzision wird durch den integrierten Sniper Advanced Targeting Pod (ATP) von Lockheed Martin erheblich gesteigert. Dieser elektro-optische Pod erlaubt zweifarbiges Laser-Spot-Tracking (LST), hochauflösende Vorwärts-Infrarot-Aufklärung (FLIR) und die Nutzung des Global Scope™-Softwarepakets für nicht-traditionelle Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungsmissionen (NTISR).[60]

 

Die externe Bewaffnung und elektronische Kampfführung der FA-50 kann flexibel angepasst werden: ECM-Systeme wie Sky Shield von Rafael oder ALQ-200K von LIG Nex1, Sniper- oder LITENING-Zielbehälter sowie Condor-2-Aufklärungsbehälter erweitern die Fähigkeiten in Aufklärung und Zielerfassung. Darüber hinaus kann die Plattform SPICE-Multifunktions-Lenkwaffen, Textron CBU-97/105 Sensor Fuzed Weapons mit WCMD-Leitwerken, JDAM, JDAM-ER für präzise Luft-Boden-Angriffe und AIM-120 BVR-Luft-Luft-Raketen einsetzen. Weitere geplante, aber noch nicht integrierte Systeme umfassen Python- und Derby-Raketen von Rafael sowie neue südkoreanische Schiffsabwehrwaffen, Distanzwaffen und Sensorpakete. Zudem prüft das südkoreanische Militär die Integration einer verkleinerten Taurus KEPD 350, um der FA-50 eine Fernkampfreichweite von 400 km zu verleihen. Mittel- und Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen wie Meteor und ASRAAM von MBDA stehen ebenfalls für die zukünftige Integration bereit.[61]

 

Aktuell ist die FA-50 in mehreren Ländern aktiv im Einsatz, darunter Südkorea, Indonesien, Irak, die Philippinen, Thailand, Polen und Malaysia, und demonstriert ihre Flexibilität als multifunktionales Leichtkampfflugzeug auf globaler Ebene.

 

a. Südkorea

 

Die südkoreanischen Luftstreitkräfte führten 2011 erstmals den TA-50 ein, die leichte Angriffsvariante des T-50. Drei Jahre später, 2014, erfolgte die offizielle Indienststellung des FA-50 durch die ROKAF, begleitet von einer Flugvorführung unter Leitung von Präsidentin Park Geun-hye, die die Fähigkeiten der Maschine eindrucksvoll demonstrierte. Ein Geschwader wurde mit 20 FA-50 ausgestattet, während insgesamt 60 Exemplare bestellt wurden. Besonders bemerkenswert war der erfolgreiche Testeinsatz einer AGM-65 Maverick gegen ein stationäres Ziel am 9. Oktober 2014.[62]

 

b. Indonesien

 

Indonesien evaluierte mehrere moderne Jettrainer, darunter die T-50, Yak-130 und L-159, als Ersatz für die BAE Systems Hawk Mk 53 und OV-10 Bronco. Im Mai 2011 unterzeichnete Indonesien schließlich einen Vertrag über 16 T-50i im Wert von 400 Mio. USD, die mit Waffenpylonen und Geschützmodulen für leichte Angriffe ausgestattet sind. Die Auslieferungen begannen 2013 und wurden Anfang 2014 abgeschlossen.[63] 2021 folgte ein Folgeauftrag über sechs weitere T-50 für 240 Mio. USD, inklusive Unterstützung und Koordinierungspaket.

 

c. Irak

 

Das Interesse des Irak an der T-50 wurde erstmals beim koreanisch-irakischen Gipfel 2009 öffentlich. 2013 unterzeichnete der Irak einen Vertrag über 24 T-50IQ, eine FA-50-Variante, inklusive Ausrüstung und Pilotenausbildung über 20 Jahre. Die erste Charge wurde 2017 geliefert, die zweite 2018. Bis 2022 erfolgte jedoch keine operative Nutzung, da ein Folgevertrag über Wartung und Training erst 2021 abgeschlossen wurde.[64]

 

d. Philippinen

 

Die philippinische Luftwaffe beschaffte ursprünglich 12 TA-50, entschied sich dann jedoch für die FA-50-Variante. Der Vertrag über 12 Maschinen im Wert von 18,9 Mrd. P (ca. 421 Mio. USD) wurde im März 2014 unterzeichnet, die Auslieferungen dauerten von November 2015 bis Mai 2017. Die FA-50PH absolvierte im Januar 2017 ihre ersten Kampfeinsätze gegen terroristische Stellungen in Butig, Mindanao.[65][66]

 

e. Thailand

 

Thailand wählte 2015 die T-50TH als Ersatz für die veralteten L-39 Albatros. 2017 wurde die Bestellung um acht Flugzeuge erweitert, Auslieferungen begannen 2018. Im Weißbuch 2024 ist die Beschaffung von zwei weiteren T-50TH im Haushaltsjahr 2025 vorgesehen, wodurch die Gesamtzahl im Geschwader 401 auf 16 steigt.[67]

 

f. Polen

 

Am 22. Juli 2022 kündigte der polnische Verteidigungsminister den Kauf von 48 FA-50-Kampfjets an. KAI unterzeichnete am 28. Juli den Vertrag über 12 FA-50GF Block 10 und 36 FA-50PL Block 20. Die FA-50PL ist eine für Polen maßgeschneiderte Version, inklusive Scharfschützen-Zielbehälter, GBU-12-Bomben, KGGB-Lenkbomben und Luftbetankungssonden. Die Integration weiterer Systeme wie Phantom Strike AESA-Radar und Link-16-Datenverbindung gilt als anspruchsvoll, aber technisch machbar. Bewaffnet wird die FA-50PL mit AIM-9X Sidewinder und AIM-120 AMRAAM. Obwohl sie kleiner als die F-16 ist, bietet die FA-50 ausgezeichnete Trainings- und Kampffähigkeiten.[68][69][70]

 

g. Malaysia

 

Malaysia unterzeichnete 2023 einen Vertrag über 18 FA-50 Block 20 für rund 920 Mio. USD, um die alten MB-339 und Hawk Mk 108/208 zu ersetzen. Der FA-50 setzte sich gegen eine Reihe internationaler Konkurrenten durch, darunter HAL Tejas, M-346 Master, TAI Hürjet, Hongdu L-15, MiG-35 und JF-17 Thunder. KAI signalisierte, dass Malaysia zu einem späteren Zeitpunkt 18 weitere FA-50 erwerben könnte.[71][72]

 

5. Die KP-SAM Chiron

 

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Abbildung 8: KP-SAM Chiron (Quelle: Wikipedia)

 

Die KP-SAM Chiron ist eine schultergestützte Boden-Luft-Rakete (MANPADS) aus südkoreanischer Produktion, entwickelt von LIG Nex1. Ziel war der effektive Schutz der südkoreanischen Truppen im vorderen Einsatzbereich; die Entwicklung begann 1995, die Serienproduktion startete 2004, gefolgt von erweiterten Tests Anfang 2005.[73] Ende 2005 wurde das System nach einer Entwicklungszeit von fast acht Jahren offiziell bei der ROK-Armee eingeführt.

 

2012 wurde die KP-SAM für internationale Märkte angeboten, insbesondere zur Modernisierung des indischen VSHORAD-Systems, und konkurrierte dabei mit etablierten Systemen wie RBS 70, Starstreak, Mistral-2 und SA-24.[74] Indonesien beschaffte das System 2014 zur Integration in das 35-mm-Flugabwehrsystem Oerlikon Skyshield.[75]

 

Äußerlich ähnelt die Chiron dem französischen Mistral, jedoch wurden alle Komponenten – Suchkopf, Steuerung, Gefechtskopf und Antrieb – vollständig in Südkorea entwickelt. Der Raketenkopf ist mit IFF-System, IR/UV-Suchkopf, Nacht- und Schlechtwetterfähigkeit sowie Annäherungszünder ausgestattet. Entwicklungstests bestätigten eine Trefferquote von rund 90 %. Laut der Agency for Defense Development übertrifft die KP-SAM FIM-92 Stinger und Mistral in Treffergenauigkeit, Tragbarkeit und Kosten. Ein Test demonstrierte eine Geschwindigkeit von 697,5 m/s (Mach 2,36) und eine Reichweite von 7 km gegen ein Ziel in 3,5 km Höhe.[76]

 

Heute ist die KP-SAM in Südkorea, Indonesien und Rumänien im Einsatz. Indonesien betreibt seit 2014 die Systeme in Kombination mit dem Skyshield-Flugabwehrkanonensystem; 2019 wurden laut SIPRI weitere zwei Einheiten geliefert.[77] Rumänien erhielt die ersten 54 Systeme im Juni 2024.

 

IV. Schlussfolgerung

 

Die südkoreanische Rüstungsindustrie zeigt sich als technologisch führend und agil in der Umsetzung internationaler Exportaufträge. Von gepanzerten Systemen wie der K9 Thunder über Mehrfachraketenwerfer K239 Chunmoo bis hin zu Kampfflugzeugen FA-50 und der KP-SAM Chiron – Südkorea liefert moderne, einsatzbereite Systeme an Kunden in Europa, Südostasien und dem Nahen Osten. Angesichts fortdauernder Konflikte, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten, ist die Nachfrage nach schnellen, hochwertigen Rüstungslieferungen hoch, und Südkorea positioniert sich hier als verlässlicher Anbieter hochmoderner Waffentechnologie.

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First published in: World & New World Journal
World & New World Journal Policy Team

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